Preis-Spirale

Vielleicht sind es einfach zu viele. Ständig wird irgendein Preis an irgendwelche Prominente vergeben. Und die tauschen die Statuen auch nur untereinander aus: Wer gestern noch unter Tränen dankte, steht morgen als Laudator auf der Bühne. Dieser Preis-Verfall hat gesellschaftliche Wirkung. Da kann man schon mal ein Dekolleté mit Charakter verwechseln und eine Bild-Kampagne mit Journalismus.

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Dialekt-Tick

Dialekte sind nicht lustig. Aber sie können komisch wirken. „Es ist eine Empfindung, unabhängig vom Inhalt“, sagt Gehard Polt, ein großer Satiriker bairischer Zunge, der heute 70 wird. Jenseits des Kabaretts scheint die Kunst ohne Dialekte auszukommen.

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Lola schwenkt

Die Verleihung des Deutschen Filmpreises hat es gezeigt: Verlass ist auf die großen Bösen der spaßigen Zunft. Denn über das Moderatoren-Duo sei der Mantel des Verzeihens gelegt. Dann gab es am Freitag auch noch jede Menge Filmausschnitte zu sehen, meist aus Andreas Dresens „Halt auf freier Strecke“, Christian Petzolds „Barbara“ und sowieso Roland Emmerichs „Anonymus“.

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E-Klasse

Morgen, am 23. April, wird der Welttag des Buches und des Urheberrechts gefeiert. Nicht der des E-Books. Obwohl das zum Urheberrecht irgendwie dazugehört, denn eines der beliebtesten elektronischen Bücher ist das illegal heruntergeladene. Das kostenlose sowieso. Noch steht das E vor allem für Ersatz. Wie bei der E-Zigarette, die ja auch keine richtige Zigarette ist. Wofür Autos der E-Klasse ein Ersatz sind, wissen die Betroffenen am besten. Hier aber geht es für und wider digitalen Lesestoff:

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Bundeskontrollzwang

Es wird ja viel vom Untergang gesprochen in diesen Tage, meist dem der RMS Titanic vor genau 100 Jahren. Und eigentlich eher nie von dem der DDR vor nicht ganz genau 22 Jahren. Trotzdem taucht sie immer wieder auf, die DDR. Was sie von der Titanic unterscheidet.

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Berlin – Barcelona

Alleinreisende Väter mit Kindern fallen immer auf. Sogar in Berlin. Sie wirken oft ein bisschen hilflos. Dieser hier scheint die Situation im Griff zu haben. Tochter und Sohn, noch keine Schulkinder, zuckeln jeweils ein buntes Rollköfferchen hinter sich her. Papa schleppt einen antiken Pappkoffer, den ein Gurt in der Mitte zusammenhält. Eine alte Ledertasche hat er auch noch dabei und irgendetwas zum Umhängen.

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Schiffbruch mit Rose

Im Film schleust Jack seine Rose in die fensterlose Dritte Klasse, wo sie mit den anderen ausgelassen schwofen und auf  den Trümmern sozialer Mauern glücklich sind. Später sinkt der Kahn. Er wurde zehn Tage alt. Bis heute ist die Jungfernfahrt der RMS „Titanic“ ein Märchen mit katastrophalem Ausgang und dieser Schiffbruch ein Gleichnis auch auf den Größenwahn. Womit wir bei Karl May wären, der weniger Tage vorher, am 30. März 1912, in die ewigen Jagdgründe einging.  Auf den Lippen die letzten Worte: „Sieg, großer Sieg! Ich sehe alles rosenrot.“
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Rette ihn, wer kann

Vielleicht will er einfach nur gerettet werden, und niemand hilft ihm. Als Thomas Gottschalk vor ein paar Jahren schon den Eindruck erweckte, er habe keine Lust mehr auf seine „Wetten, dass ..?“-Show, stellten sie ihm Michelle Hunziker an die Seite. Als sein nonverbales Flehen schon lange nicht mehr zu überhören war, gab es den tragischen Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch. An jenem Abend war wirklich Schluss. Doch es musste noch ein Jahr dauern, bis Gottschalk zum letzten Mal die Show moderierte. Seit Ende Januar geht das Drama in der ARD weiter.

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Meiste Messe

Fast hätte die Leipziger Buchmesse wieder einen Rekord zu vermelden gehabt. Es sah ganz danach aus, als zur Halbzeit am Freitag 64 000 Besucher gezählt wurden, 2000 mehr als im Vorjahr. Am Ende blieb es dann doch bei einem Zuwachs von 500, und das ist okay,, denn die Messehallen sind ja nicht größer geworden, die Glas-Röhren nicht breiter, die Menschen nicht dünner.

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… den bestraft das Leben

Es ist jetzt 8136 Tage her. Rund 195 230 Stunden. Mehr als 11 715 800 Minuten. Nichts Rundes also, dass es zu bejubeln gilt. Und dennoch: Seit dem Mauerfall wurde nicht derart vielfältig und publikumswirksam über Ost vs. West nachgedacht, gelesen und debattiert wie in der vergangenen Woche. Und hier geht es mal nicht um einen Bürgerrechtler aus der DDR, der keiner war. Es geht um die Ankunft der Reflexion in Texten und Theatersälen.

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