Broschüre zur Medien- und Kreativwirtschaft

“Leipzig eilt ein Ruf voraus. Bachstadt. Messestadt. Stadt der Freiheit und des Freiraums. Stadt der Gründerzeit, der Kunst und Musik. Und natürlich Stadt der Wende. Denn Menschen, die etwas bewegen möchten, finden in Leipzig immer eine Heimat.”

Diese Zeilen stammen aus der neuen Broschüre zur Medien- und Kreativwirtschaft, die heute anlässlich des Medientreffpunktes Mitteldeutschlands vorgestellt wurde. Das Werk zeigt, dass Leipzig noch mehr ist, als oben genannte Synonyme verdeutlichen. Sondern gerade durch die Branche der Medien- und Kreativwirtschaft belebt, beeinflusst und gestaltet wird.


Die neue Broschüre vom Amt für Wirtschaftsförderung stellt die sieben Teilbranchen des Clusters vor, lässt Akteure selbst zu Wort kommen und zeigt so die Vielfalt dieser bunten Branche.

Entstanden ist die Broschüre im Rahmen des internationalen Projektes Creative Cities. Gestaltet wurde sie nach gewonnenem Pitch von der Leipziger Grafikerin Stefanie Bamberg, die auch Gründerin und Vorsitzende des Vereins Kreatives Leipzig ist.

Hier geht’s zum Download der Broschüre. Sie ist auch im Amt für Wirtschaftsförderung erhältlich.

Leipziger Verkehrsbetriebe jetzt auch bei Facebook

17. April 1896: Nach der Elektrifizierung des Pferdebahnnetzes baut sich ein zweites Nahverkehrsunternehmen auf: Die Leipziger Elektrische Straßenbahn.

1916: Beide Unternehmen vereinigen sich zur Großen Leipziger Straßenbahn. 1919 gehen sie in kommunales Eigentum über.

Nur zwei Meilensteine des Unternehmens, das seit 1938 Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) heißt. Des Unternehmens, an dem sich tagtäglich die Geister scheiden. Wenn die Bahn zu spät kommt oder der Bus gar nicht. Des Unternehmens, an dessen Website wir alle uns lange Zeit (zu Recht) abgearbeitet haben. Des Unternehmens, das viel gelernt hat und offener ist für Veränderungen und Kritik, als mancher denkt.

Vier Monate nach Start des Twitter-Accounts stellen sich die LVB nun endgültig ihren Kunden, mit einer Seite bei Facebook. „Wir wollen mit unserem Start vor allem die jungen Leipzigerinnen und Leipziger erreichen, für die Facebook ein Teil ihres Lebens ist. Es ist für uns kein Prestigeprojekt, sondern in der heutigen Zeit fast eine Selbstverständlichkeit des Kundendienstes“, so Peter Nebe, Geschäftsbereichsleiter Marketing bei den LVB, der den Auftritt verantwortet. „Wir werden, wie auch schon bei Twitter, kleine Schritte bei Facebook gehen, zuhören und lernen. Wir freuen uns dabei über jeden, der mit uns ins Gespräch kommt und mehr über die LVB erfahren möchte.“

Zum Start der Seite gibt es ein besonderes Angebot: Mit der Aktion “Komm auf die Bahn” hat jeder Facebook-Nutzer die Chance, mit einem eingereichten Bild und einer Botschaft auf einer Straßenbahn verewigt zu werden. Ein cleverer Schachzug: Sich mit den LVB identifizieren, statt über sie zu meckern. Die mit den Bildern beklebte Bahn wird nach Abschluss der Aktion durch Leipzig fahren.

Hinweis: Die Leipziger Verkehrsbetriebe werden konzeptionell beraten von der Agentur medienrauschen. Ich bin auch freier Mitarbeiter der Agentur von Thomas Gigold, bin in das Projekt aber nicht involviert.

Stadtwerke Leipzig suchen bei Facebook den Dialog

Die Stadtwerke Leipzig kommen zu Facebook. Ab Dienstag 13 Uhr soll die Facebook-Seite parallel zu einem neuen Internetauftritt und begleitend zu einer neuen Imagekampagne online gehen. Die Vorbereitungen dafür dauerten über ein Jahr. Und sind noch nicht gänzlich abgeschlossen.

Es ist eine Revolution. Wenn das ein Unternehmen behauptet und im selben Atemzug eine Facebook-Seite ankündigt, darf man skeptisch sein. Wenn das Unternehmen dann noch ein kommunales Unternehmen in Leipzig ist, vielleicht besonders skeptisch. Muss man im Falle der Stadtwerke Leipzig aber nicht. Denn die „Revolution“, wie Sprecher Ronny Frölich den Schritt nennt, jetzt ins Social Web zu gehen, bezieht sich nicht auf die Etablierung einer Facebook-Seite selbst, sondern vor allem auf die internen Abläufe. Dinge wie der Datenschutz müssten eingehalten, Betriebsräte einbezogen werden, hieß es.

„Wir sind nicht gerade das agilste Unternehmen, was neue Kommunikationswege angeht“, gibt denn auch Frauke Riva, Leiterin der Unternehmenskommunikation zu bedenken. Intern sei „noch mehr Kommunikation“ (und noch mehr Arbeit) darum recht schwer vermittelbar. „Wir haben viele Runden drehen müssen, um jetzt dort zu stehen, wo wir sind“, so Riva. Rund ein Jahr habe es gedauert, um jetzt wirklich beginnen zu können. „Jetzt fangen wir an und öffnen uns bewusst dem Dialog mit den Kunden“, bekräftigt Ronny Frölich. Man habe gelernt, dass in der Vergangenheit zu viel „gesendet“ wurde – man wolle nun auch wieder zuhören.



Insofern soll die Facebook-Seite swleipzig tatsächlich dem Austausch und der Beratung des Kunden dienen. „Allerdings können wir das nicht 24 Stunden am Tag machen“, so Frölich, der in der Anfangszeit nahezu alleine ein Auge auf die Facebook-Seite hat. Nur auf einige Mitarbeiter aus dem Vertrieb oder den Fachabteilungen könne er zugreifen, wenn das nötig ist. „Etwa bei vertragsrelevanten Dingen, die ich nicht beantworten kann. Wir werden sehen, welche Prozesse hier im Haus dazu nötig sein werden, um das wirklich befriedigend für die Nutzer zu lösen“, sagt er. Gerade jetzt, wo die Stadtwerke und ihre Kunden von einer Havarie betroffen seien, sei transparente Kommunikation wichtig.



Inhalte der Seite sollen Fotos und Videos aus dem Unternehmen sein. Man habe extra gute Videotechnik dafür angeschafft, verkündet Michael Haker, der derzeit in Leipzig Communication Management studiert, als Werkstudent bei den Stadtwerken angestellt ist und sich auch konzeptionell um die Facebook-Seite kümmert. Die Leipziger seien einer der wenigen kommunalen Versorger, die bislang auf Facebook zu finden seien. „Es gibt einige, die spezielle Projekte oder Veranstaltungen mit Facebook-Seiten bewerben, viel mehr nicht“, so Haker.

Wer ab morgen auf der Stadtwerke-Seite bei Facebook landet, den begrüßt eine spezielle Willkommensseite. Ein Fangate, wie man es von tausenden Seiten auch schon kennt. Wer noch nicht Fan der Seite ist, wird um einen entsprechenden Klick gebeten. Fans sehen eine Übersichtsseite mit Links zu weiteren Seiten. Auch ein Gewinnspiel soll es zum Start geben. Die Willkommens-Seite kann von den Stadtwerken per CMS gepflegt werden. Das System kommt von Pixeldreher André Nitz.

Gutes tun – für Leipziger Jungunternehmer

Weihnachten naht mit bedrohlicher Schnelligkeit. Für viele Zeit, um nach Unterstützung zu rufen. Nicht finanzieller sondern nur ideeller Art ist mein Aufruf nach etwas Hilfe. Ihr müsst nicht viel tun, nur die Idee gut finden und einen Klick spenden.

Worum geht’s? Um die Leipziger snippy GmbH. Selbige bewirbt sich um die Teilnahme an Europas wichtigster Konferenz der digitalen Wirtschaft, der NEXT in Berlin, die am 8. und 9. Mai 2012 stattfindet. Geschäftsführer André Hille will vor 2000 Teilnehmern aus Internet, Marketing, Werbung und Technologie sein Projekt snippy vorzustellen.

Selbiges ist eine kleine, feine App, die derzeit nur für das iPhone verfübar ist. Die Idee dahinter: Snippy stellt dem Nutzer Kurzgeschichten zur Verfügung. Man hat die Auswahl aus verschiedenen Genres und kann auch Kurzgeschichten nach Zeit aussuchen. Deine Straßenbahn kommt in sieben Minuten? Dann lies eine Geschichte in dieser Länge. Du fährst noch 10 Minuten mit dem Bus? Dann nutze sie sinnvoll.

Um an der NEXT teilnehmen zu können, braucht snippy Eure Stimme. Wer das Leipziger Startup unterstützen möchte, klickt hier und stimmt ab. Aus den Vorschlägen mit den meisten Stimmem stellt eine Jury im Anschluss das Kongress-Programm zusammen. Bis 8. Januar läuft das Voting. Bislang liegt Snippy auf Platz 2. Ihr wisst also, was zu tun ist.. :-)

Prof. Dr. Hartmut Warkus gestorben

Eine schlechte Nachricht erreichte mich soeben. Prof. Dr. Hartmut Warkus ist gestern nach langer Krankheit gestorben. Warkus war für die Computerspiele-Szene der Stadt Leipzig ein großartiger Vor- und Weiterdenker. Er entwickelte maßgeblich den Bereich “GC Family” der Games Convention. So führte er unter anderem die GC Guides ein: Universitätsmitarbeiter, die Familien und Pädagogen durch die Welt der Computerspiele führten und auf diese Weise Theorie und Praxis zusammenbrachten, ja verständlich machten.

Hartmut Warkus war Professor für Medienpädagogik und Weiterbildung des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig sowie leitender Geschäftsführer des Zentrums für Medien und Kommunikation (ZMK). Warkus war als Geschäftsführer des Medienpädagogik e.V. einer der Geburtshelfer der Computerspielschule. Und Warkus war Gründer und Programmdirektor des Leipziger Uni-Radios mephisto 97.6. Auf dessen Website wurde heute ein Nachruf mit Audio-Dateien veröffentlicht, dem ich mich nur anschließen kann. Auch seine Professur hat, in Person von Prof. Dr. Bernd Schorb, einen Nachruf veröffentlicht.

Ich durfte Hartmut Warkus gemeinsam mit Thomas Gigold im Rahmen meiner Tätigkeit für die Leipziger Messe während der Games Convention kennenlernen. Ich habe stets bewundert, wie er als “älteres Semester” interessiert und neugierig an die neuen Themen der Computerspiele-Industrie herangetreten ist, diese sofort verstand und es vermochte, sein Wissen darüber an andere weiterzugeben. Mit ihm verliert die Stadt einen großartigen Theoretiker, der es wohl wie kein zweiter vermochte, Praxis erlebbar zu machen. Er gab Eltern Einblicke in die virtuelle Welt der Computerspiele, die für ihre Kinder selbstverständlich, für sie selbst aber unbegreiflich waren. Er ermöglichte, dass sich Eltern dafür interessieren, was ihre Kinder da eigentlich spielen. Und er war einer der wenigen, der nicht sofort “Suchtgefahr!” rief, wenn es um Computerspiele ging, sondern auch selbsternannten Experten die Augen öffnete.

Danke, Herr Warkus, und gute Reise.

Weihnachten und Webmontag

Es weihnachtet, liebe Freunde des guten Geschmacks. Bei bislang frühlingshaften Temperaturen kommt zwar noch kein so rechtes Winterwonderland-Christmas-Feeling auf. Dem helfen wir hier bei den LVZ-Online-Blogs aber ab. Wir lassen uns wie jedes Jahr von weihnachtlicher Besinnlichkeit einlullen und schreiben Blogbeiträge mit Tränen der Rührung im Auge. Oder wenigstens mit Glühweingeschmack.

Kollegin Juliette Guttmann spendiert Euch Euren eigenen Blogbeitrag. Ihr müsst Ihr nur fünf Wörter sagen und schon entspringen solch verstörende Werke wie dieses hier.

Und während Kultur-Kollegin Janina Fleischer noch nach dem passenden Geschenk sucht, empfehle ich Euch den Weihnachts-Webmontag am kommenden Montag. Statt um Websites, Facebook-Seiten und Suchmaschinenkram geht es diesmal um – große Überraschung – Weihnachten.

So stellt sich das Nationale Service Projekt 2011/12 des Freundeskreises Round Table Leipzig e.V. vor. Der Freundeskreis kümmert sich um die so genannten Schmetterlingskinder. Rund 2000 Kinder in Deutschland mit einem seltenen Gendefekt, der ihre Haut so empfindlich macht wie Schmetterlingsflügel. Mehr über diese schlimme Krankheit erfahrt Ihr beim Webmontag. Helfen könnt Ihr auch – mit Glühweintrinken oder wahlweise einer Spende ohne Alkoholverzehr.

Außerdem gibt es zwei Kalenderprojekte: Thomas Gigold stellt seinen digitalen Adventskalender für einen guten Zweck vor und erzählt etwas zum Spendenzweck. Anzuschauen gibts den Kalender auf der Website Leipzig verbindet.
Das zweite Projekt wurde lange geheim gehalten. Der Verein Kreatives Leipzig und die Stadt Leipzig entwarfen unter dem Titel Märchenstadt Leipzig einen Fotokalender, der Märchenmotive der Gebrüder Grimm auf neue, ungewöhnliche Weise zeigt.

Ihr seht, das wird ein lohnenswerter Webmontag mit interessanten Themen fernab des eigentlichen Themas. Treffpunkt ist am 5.12. wie immer in der Kleinen Träumerei in der Münzgasse. Ab 19 Uhr ist Einlass, los geht es meist 20 Minuten später.

Die LVB twittern!

Schon oft ging es hier um die LVB. Um eine verkorkste Website, einen Fake-Twitter-Account und Überlegungen zum Einstieg in Social Media. Jetzt ist es soweit: Die Leipziger Verkehrsbetriebe starten ihren Weg ins Soziale Netz und haben einen eigenen, offiziellen Twitter-Account angelegt.

Auf LVB_Direkt werden aktuelle Verkehrsmeldungen getwittert. Es ist ein Anfang. Man wolle üben, lernen und sehen wie es bei der Zielgruppe ankommt bzw. was diese erwartet. “Wir setzen uns schon länger mit dem Thema Social Media auseinander, weil wir wissen, dass es notwendig ist für ein Unternehmen wie unseres. Gleichzeitig wissen wir, dass wir selbst kräftig lernen müssen”, kommentiert LVB-Sprecher Reinhard Bohse.

Seit gestern transportiert der Twitter-Account aktuelle Verkehrsmeldungen und informiert über kurzzeitige Störungen. Ab Dezember, so Bohse, soll der Twitter-Account auch dafür genutzt werden, um in den Dialog zu treten. “Das wird ein fließender Übergang werden, wir müssen auch erst einmal sehen, wie man mit diesen Dingen als Institution umgeht und wie man die Twitter-Nutzung bei den Themen Service und Kundenbindung ausbauen kann”, sagt er.

Getwittert wird bei den LVB inhouse. “Die tägliche praktische Arbeit des Kommunizierens wird im Servicebereich angesiedelt sein, Marketing und Kommunikationsabteilung begleiten das Ganze”, erzählt Bohse. Die interne Struktur erlaube es bereits jetzt, innerhalb von Sekunden und Minuten konkrete Probleme zu lösen. So könnten Kunden der LVB ab Dezember direkt von der Haltstelle aus Fragen stellen. “Warum kommt die 15 nicht?”, “Wann fährt die nächste Bahn”, “Was ist denn hier am Hauptbahnhof los?” und ähnliches könne dann beantwortet werden. Wie viele Mitarbeiter bei den LVB für Twitter zuständig sind, könne nicht konkret beantwortet werden. “Viele kleinere Teilarbeiten werden von Kollegen erledigt, die sich auch um andere Dinge kümmern. Man wird sehen, wie viele Mitarbeiter man dann wirklich abstellen muss, um das Thema so zu betreuen, dass es für alle Beteiligten sinnvoll ist”, so Bohse.

Zur Vorbereitung auf den Social-Media-Einstieg haben sich die Leipziger Verkehrsbetriebe mit anderen Verkehrsgesellschaften ausgetauscht. Unter anderem mit den Dresdner Kollegen. “Die gehören sicher zu denjenigen, die mit dem Thema bereits souverän umgehen”, schätzt Bohse ein. Auch die von mir bereits angesprochene Studienarbeit von Sven-Matti Kamann spielte eine Rolle. Gemeinsam mit Sören Bär von der Staatlichen Studienakademie Riesa wurde ein Online-Fragebogen entwickelt. 586 Personen beteiligten sich und gaben Antworten auf Fragen zu einem möglichen Social-Media-Einstieg der LVB. Dabei gaben 74 Prozent der Teilnehmer an, dass für sie Interaktion und Dialog wichtig sei.

Nach all den Merkwürdigkeiten, die bei den LVB in Sachen Internet in der Vergangenheit zu beobachten waren, öffnet sich das Unternehmen jetzt noch mehr als vorher und tritt demnächst in einen direkten Dialog mit seinen Kunden. Geben wir den LVB daher die Chance, zu lernen und auf unsere, Eure Wünsche einzugehen. Und seien wir vielleicht so fair, eventuelle anfängliche Fehler zu verschmerzen oder direkt Hinweise und Tipps zu geben. Oder?

Windows-PCs: Die Entdeckung der Individualität

Windows-PCs sind laut, klobig und langsam. Mit diesen Vorurteilen hatten PC-Hersteller und vor allem Microsoft jahrelang zu kämpfen. Im Laufe der Zeit hat sich das mit neueren Geräten geändert. Allerdings ging dies im Apple-Hype und dem Tablet-Wahn ein wenig unter. Mit Windows 7 und brandneuen Geräten ausgerüstet will Microsoft jetzt zeigen, was wirklich geht. Und dass PCs der Inbegriff der Individualität sind.

PC Life Tour nennt sich das, womit heute im Da Capo Fachbesucher und Presse vom PC begeistert werden sollen, bevor ab Donnerstag bis Sonnabend die Tour in den Promenaden des Hauptbahnhofs Station macht. In einer Art Wohnzimmer-Atmosphäre sind 14 Computer, Notebooks und Tablet-Rechner aufgebaut. Einige davon sind so brandneu, dass Zubehör wie Tastatur und Maus zum Start nicht gezeigt werden können, weil sie noch auf dem Transport sind.

Beispiel: Der LG-V3000. Ein Rechner, der scheinbar nur aus einem Monitor besteht. Die gesamte Technik inklusive BluRay-Laufwerk ist im Standfuß eingebaut. Bedient wird der Computer wahlweise über die Maus oder den Touchscreen, der auch 3D-Bilder erzeugen kann, die mittels einer Brille angesehen werden können.
Gänzlich ohne Brille kann der Toshiba Qosmio 3D-Bilder anzeigen. Der Notebook-PC bringt einen Bluray-Brenner und den schnellen i7-Prozessor von Intel.

Geschwindigkeit ist das, womit Microsoft vor allem überzeugen will. “Die Geschwindigkeit von PCs verdoppelt sich aller zwei bis drei Jahre”, sagt Produktmanager Boris Schneider-Johne. Wer heute sage, sein Windows-Rechner sei zu langsam, meine damit eigentlich nur, dass er einen alten Rechner hat, meint er. Dazu komme, dass auf den meisten alten Geräten heute noch Windows XP laufe. “Ohne Zweifel ein gutes Betriebssystem, aber eben auch schon zehn Jahre alt. Wenn dann noch neue Hardware in den Rechner gesteckt wird, kann es zu mehr Problemen als Leistungssteigerungen kommen”, so Schneider-Johne.

Die Schau, die in 20 Städten zu sehen ist und in Leipzig seinen Auftakt erlebt, ist zum einen Marketing für Windows, zum anderen aber auch für die Hardware-Industrie wie Asus, Medion, HP und andere. “Getrieben ist die Tour von Microsoft, aber wir wollen hier auch zeigen, dass ein Windows-PC heute so viel mehr ist als ein schwarzer Kasten. Es gibt ein großes Spektrum an Geräten, sei es Desktop-PCs, Notebooks und Tablets. Es gibt nicht mehr den Einheits-PCs”, bekräftigt Boris Schneider-Johne. Das wäre etwas, das Windows-PCs etwa den Geräten von Apple voraus hätten. “Natürlich war Apple ein Treiber für gutes Design. Allerdings sieht jeder Apple-Rechner gleich aus – und das Design der Geräte hat sich auch nicht groß geändert”, sagt er. Insofern sei derjenige, der Individualität suche und gestern noch aus diesem Grund einen Apple-Rechner gekauft hätte, heute beim PC eindeutig besser bedient.

Die PC Life Tour gastiert vom 20. bis 22.Oktober 2011 in den Hauptbahnhof Promenaden und ist während der normalen Öffnungszeiten zu besichtigen. Das Standpersonal erklärt die verschiedenen Geräte und gibt auch Tipps zum sicheren Surfen im Netz, Schutz vor Viren und Phishing-Seiten.

Webmontag: Was bringt .leipzig wirklich?

Der gestrige Webmontag war geprägt von einem Thema: Domains und was man mit ihnen anstellen kann. Rechtsanwalt Jan Witzmann referierte über das Domainrecht und erklärte anhand von Beispielen, warum es heikel sein kann, Marken und geschützte Namen in Domains zu verwenden. Denn ins Domainrecht spielen sowohl Marken-, Namens-, Wettbewerbs- und Kartellrecht mit ein. Auch gab es schöne Beispiele, wo sich Unternehmen offenbar null für ihr Domainrecht interessieren. Der Drogerist Schlecker etwa duldet eine Domain namens schlegger.de – und schaltet sogar (über Google Adwords) auch noch Werbung darauf, verhilft also dem Domaininhaber zu Einnahmen.

So richtig zur Sache ging es aber beim zweiten Punkt des Abends – der Frage, ob Leipzig die Geo-Domain .leipzig registrieren sollte. Nach dem ersten Teil der Diskussion beim Webmontag im September gab es auch diesmal erneut Gesprächsbedarf bei den Anwesenden. Obwohl gestern nur rund ein Dutzend Teilnehmer anwesend waren, gab es einen regen Meinungsaustausch zum Thema. Sandra Hoferichter, Architektin aus Leipzig und Mitglied im Verein Medienstadt e.V. erklärte die Grundlagen. „Ab 2013 sind mehr generische Top Level Domains möglich als die bisher gültigen wie .com, .net, .edu oder .gov“, sagte Hoferichter, die auch Mitglied bei der ICANN ist und dort die Rechte des Endnutzers vertritt. Erwartet werde, dass unter anderem Unternehmen, Marken und Branchen eigene Domains anmelden werden. Zusätzlich können geographische Domainnamen registriert werden. Möglich würden so also Domain-Endungen wie .bayern, .hamburg, .berlin – oder eben .leipzig.

Bei den Anwesenden entbrannte eine heftige Diskussion, ob es wirklich einen Vorteil darstelle, über eine geographische Domain gefunden zu werden. Aus Suchmaschinenoptimierungs-Gründen ergebe dies keinen Sinn, waren sich viele einig. Google würde heute sowieso schon lokal suchen und den Standort des Nutzers erkennen. Insofern sei der für Hoferichter wichtigste und erste Punkt ihrer Präsentation hinfällig. Vielmehr würde eine .leipzig-Domain lediglich Image-Wirkung haben. Als Markenverstärker und Identifikationsstifter könnte die Städte-Domain daher hervorragend dienen.

Wie berichtet bräuchte eine Gesellschaft, die als Verwalter der -leipzig-Domain fungiert, rund 50.000 Domaininhaber, um einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu gewährleisten. Dass dieses Ziel aufgehen könnte, davon war Sandra Hoferichter überzeugt. Ihren Recherchen zufolge seien derzeit 150.000 Domains in Leipzig und dem Landkreis registriert, 59.000 davon sind .com-Domains. Außerdem würden 15.000 .de-Domains existieren, die „Leipzig“ als Begriff in sich tragen. Zusätzlich gebe es nochmal 5000 Leipzig-Domains unter den Top Level Domains .com, .biz, .eu und so weiter.

Die Stadt Leipzig, so informierte Wolfgang Kleinwächter, Vorstand des Medienstadt e.V., habe sich bereits dahingehend positioniert, dass es den Willen zur Unterstützung gebe. Allerdings wolle Leipzig nicht Anteil an einer eventuellen Gesellschaft nehmen. Vielmehr sei seitens der Wirtschaftsförderung eine einmalige Unterstützung von Summe X denkbar, sagte Kleinwächter. Eine Mitgliedschaft in der Gesellschaft sei im Stadtrat nicht durchzusetzen. Wichtig für die Stadtverwaltung sei aber, bei .leipzig mitreden zu können, um die Registrierung nicht etwa einer „Heuschrecke“ zu überlassen. Eine US-Firma sei beispielsweise derzeit dabei, die Voraussetzungen zu schaffen, wichtige Städtedomains zu registrieren, um sie anschließend für viel Geld zu vermarkten. Anfang Januar solle nochmals über das Vorhaben gesprochen werden. Eines kristallisierte sich jedoch bereits heraus: Mit einer .leipzig-Domain könnten sich viele der gestern Anwesenden identifizieren. Aus Image-Gründen würden sie daher eine solche Domain registrieren.

Der Webmontag .leipzig im Oktober

Ja, eine merkwürdige Überschrift, aber genau darum soll es beim Webmontag gehen, der am kommenden Montag, den 17. Oktober in der “Kleinen Träumerei” stattfindet: um die Top-Level-Domain (TLD) .leipzig. Die Thematik der so genannten GeoTLD wurde bereits als zusätzlicher Punkt in den September-Webmontag eingeschoben und erwies sich schnell als Thema mit viel Gesprächsbedarf, der nun gedeckt werden soll.

Kurz zum Hintergrund: Herkömmliche Domains werden langsam “knapp”, die meisten Gattungsbegriffe sind auf den bisherigen rund 250 Ländercodes wie .de, .nl oder .gr und den 22 generischen TLDs wie .com oder .org bereits vergeben. Behörden, Unternehmen und Institutionen verlangen nach neuen Domain-Endungen, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Am 12. Januar 2012 will die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) das Bewerbungsfenster für neue TLDs öffnen. Erwartet werden über 200 Anträge, darunter auch die geografischen Bezeichnungen.

Während beispielsweise in Bayern, Berlin, Hamburg, Köln und dem Saarland bereits entsprechende Initiativen existieren, die teilweise schon weit mit den Planungen fortgeschritten sind, ist das Thema für Leipzig noch sehr neu. (Eine Liste weltweiter Initiativen für geoTLDs findet sich hier)

Das Problem an diesen neuen TLDs ist der Preis dafür. Die ICANN will eine Evaluierungsgebühr in Höhe von 185.000 US-Dollar sehen. Eine Stange Geld, wenn man aber bedenkt, dass sowieso nur Unternehmen, Organisationen oder Institutionen die GeoTLDs registrieren dürfen, relativiert sich das ein wenig.

Für eine Stadt wie Leipzig ist ein solches Projekt trotzdem nicht zu finanzieren, wie Michael Körner von der Wirtschaftsförderung sagte. “Die Stadt wird die Domain nicht registrieren, auch nicht mit ihren technischen Partnern”, erläuterte er. Dennoch sei die Stadt sehr daran interessiert, dass das Projekt vorangetrieben werde. Zur Finanzierung sei eine Art Gesellschaft denkbar, an der sich viele beteiligen, um die Gebühr aufzubringen. Die Kosten könnten dann durch die Vergabe der Domains, die unter der TLD .leipzig laufen, wieder eingespielt werden. Körner schätzt, dass in Leipzig rund 50.000 Domains registriert werden müssten, damit das Ganze wirtschaftlich abgebildet werden könnte. Pro Domain seien dann 20 bis 30 Euro im Jahr fällig, schätzte Körner. Steuernd tätig werden könne in den Augen Körners der Verein Medienstadt. Passenderweise ist dort Sandra Hoferichter Mitglied, die auch im Berater-Board der ICANN sitzt.

Bereits beim letzten Webmontag gab es heftige Diskussionen um den wahren Wert einer .leipzig-Domain. Es herrschten bei den Teilnehmern mehr Skepsis und offene Fragen vor als Euphorie. Etwa beim Thema Suchmaschinenoptimierung bringe eine zusätzliche TLD überhaupt nichts, hieß es etwa. Allein die Inhalte würden zählen. (Im Netz finden sich gegenteilige Aussagen.) Ein Teilnehmer befürchtete, dass dann eine Vermarktungswelle anlaufe, die branchenbuchähnliche Domains hervorbringe wie handwerker.leipzig, unter der alle Handwerker verzeichnet würden, denen eine Listung aber kaum etwas bringe. Ein anderer Gast des Abends vermutete gar, Leipzig sei zu klein, um die kritische Masse von 50.000 Domains überhaupt zu erreichen.

Kurzum: Es besteht weiter Gesprächs- und Klärungsbedarf. Darum soll am Montag noch einmal zum Thema .leipzig diskutiert werden. Zusätzlich stellen wieder einige Blogger ihre Projekte vor.

Los geht es wie immer gegen 19 Uhr. Treffpunkt ist die bewährte “Kleine Träumerei“. Veranstalter ist der Verein Kreatives Leipzig.

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