Ein treuer Urlaubs-Begleiter: Der Trainingsplan
Es ist ruhig geworden in unserer Arena: Während in den Geschäftsräumen die Vorbereitungen für die neue Spielzeit auf Hochtouren laufen, befinden wir Spielerinnen uns mittendrin in der handballfreien Zeit. Erst am 20. Juli sehen wir uns alle wieder zum traditionell öffentlichen Trainingsauftakt, wo dann erstmals die neue Mannschaft vorgestellt wird.
Dies ist immer ein ganz besonderer Tag – nicht nur für uns, sondern auch für unsere Fans und die vielen Zuschauer, die uns in der Vergangenheit bei meist tropischen Temperaturen beim allerersten Training der Saison begleitet haben. Denn die Meisten von ihnen fiebern einem Wiedersehen mit den Spielerinnen und dem runden Leder wochenlang entgegen.
Natürlich freuen auch wir uns auf den Auftakt. Bevor wir jeden Zuschauer einzeln abklatschen und begrüßen, werden wir neu eingekleidet und der ein oder andere Sponsor stellt sich uns vor. Zum ersten Mal dabei werden dann unsere neuen Spielerinnen sowie unser dänischer Coach Stefan Madsen sein, der dann die ersten Worte nicht nur an uns, sondern auch an die wartenden Fans richten wird.
Doch bis dahin sind noch drei Wochen Zeit und diese werden wir in vollen Zügen genießen. In diesen Sommerwochen haben wir stets einen treuen Begleiter: Unseren Trainingsplan! Da es derzeit nichts Spannendes aus Mannschaftskreisen zu berichten gibt, erzähl ich euch mal, wie dieser Plan so aussieht.
Fünfmal die Woche müssen wir die Laufschuhe anziehen. Dann werden entweder lange, ruhige Läufe absolviert oder kurze, knackige Intervalle mit wenig Pausen. Diese simulieren den Handball-Alltag: Sprinten, Abstoppen, sprinten usw. All das machen wir nach strengen, individuellen Pulswerten, die kurz vor der Pause anhand eines Laufbandtestes ermittelt worden.
Dreimal wöchentlich quälen wir uns nach dem Laufen gleich weiter im Kraftraum. Hier unterscheiden wir zwischen einem kurzen und einem langen Kraftprogramm. Zu den wichtigsten Übungen zählen Kniebeuge, Anreißen und Bankdruck. Manchmal gilt es die Wiederholungen kurz und explosiv zu gestalten, ein anderes Mal trainieren wir im maximalen Bereich. Es ist also abwechslungsreich.
Was man auch nicht vergessen darf, sind die Stabilisationsübungen. Unsere Physiotherapeuten haben uns ebenfalls einen Plan mit auf den Weg gegeben, wo wir aus unzähligen Übungen wählen können. Hier trainieren wir den ganzen Körper, spannen alle Muskeln an schwitzen ganz ohne Zusatzgewichte. Wenn man dann 60 Minuten läuft, anschließend das lange Kraftprogramm und am Ende die Stabi-Übungen macht, dann ist man gut und gerne zwei bis drei Stunden beschäftigt.
Aber das hat uns in den letzten Jahren einen Vorteil verschafft: Während andere Teams all das in der Vorbereitung absolvieren, beginnen wir vom ersten Tag an mit dem Handballspielen. Wir können sofort damit beginnen das Team einzuspielen, die neuen Spielerinnen zu integrieren und gemeinsam die Taktik für die kommende Spielzeit zu gestalten. Natürlich arbeiten auch wir weiter im athletischen Bereich. Aber es gibt Mannschaften, die sehen in den ersten drei Wochen keinen einzigen Ball. Das ist bei uns anders. Und das finde ich auch gut so.
So, ich werde jetzt meine Laufschuhe anziehen und mein Programm absolvieren, bevor die Hitze zu extrem wird. Ich verabschiede mich jetzt auch erst mal in den Urlaub und melde mich zum Trainingsauftakt wieder. Ich wünsche euch einen unvergesslichen Sommer, einen fantastischen Urlaub und viel Entspannung, damit ihr Kraft und Energie für die kommenden Monate tanken könnt. So wie wir!
Eingefügt in Einblicke am 29.06.2011, 09:22 Uhr
