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	<title>Geschichten aus dem Hinterstübchen</title>
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	<description>Ein Blog von LVZ-Online</description>
	<lastBuildDate>Fri, 04 May 2012 13:31:44 +0000</lastBuildDate>
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		<title>re:publica 2012 &#8211; ACT!ON ist, was ihr draus&#8217;&#160;macht</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:10:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[re:publica]]></category>

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		<description><![CDATA[Drei Tage haben sich auf der sechsten re:publica, der Konferenz &#252;ber Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft, in der Station am Berliner Gleisdreieck rund 4000 Menschen getroffen, um &#252;ber Design, Gesundheit, Innovation, Bildung, Urheberrecht, B&#252;rgerinitiativen, Games, Blogs, Barrierefreiheit, alte und neue Medien, Datenjournalismus, Twitter im Weltall, die Zukunft, Sex, eine bessere Welt und den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Drei Tage haben sich auf der sechsten <a href="http://http://re-publica.de" target="_blank">re:publica</a>, der Konferenz &uuml;ber Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft, in der Station am Berliner Gleisdreieck rund 4000 Menschen getroffen, um &uuml;ber Design, Gesundheit, Innovation, Bildung, Urheberrecht, B&uuml;rgerinitiativen, Games, Blogs, <a href="http://re-publica.de/12/panel/dyi-barrierefreiheit/" target="_blank">Barrierefreiheit</a>, alte und neue Medien, Datenjournalismus, <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-05/twitter-weltraum-nasa" target="_blank">Twitter im Weltall</a>, die Zukunft, Sex, eine bessere Welt und den ganzen Rest zu sprechen. Ein kurzer Beitrag aus dem wirklich wahren Online-Leben u.a. mit Regierungssprecher Steffen Seibert und dem Vatikan.<span id="more-1250"></span></p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/05/republica_200.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1249" style="margin: 5px;" title="(c) re:publica" src="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/05/republica_200.jpg" alt="" width="200" height="150" /></a>Auf der internationalen Sprecherliste fand sich auch das eine oder andere politische Schwergewicht. Neelie Kroes, EU-Kommissarin f&uuml;r die Digitale Agenda mit <a href="http://www.facebook.com/NeelieKroes" target="_blank">Facebook-Seite</a> und <a href="https://twitter.com/#!/neeliekroeseu" target="_blank">Twitter-Account</a>, er&ouml;ffnete den dritten Konferenztag mit einer sauber vom Papier abgelesenen Rede &uuml;ber die Bedeutung des Internets f&uuml;r die Freiheit. Kroes warb um Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Ausgestaltung des Internets und erkl&auml;rte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement" target="_blank">ACTA</a> f&uuml;r begraben. Die Proteste gegen das Vertragswerk seien ein Weckruf f&uuml;r die Politik in Br&uuml;ssel gewesen. Kroes wies aber nachdr&uuml;cklich darauf hin, dass f&uuml;r Fragen des Copyrights L&ouml;sungen gefunden werden m&uuml;ssen, die die Interessen der K&uuml;nstler und Produzenten ber&uuml;cksichtigen. Laut Kroes sind Risiken im Netz f&uuml;r Kinder nie ganz auszuschlie&szlig;en, um so wichtiger werden zuk&uuml;nftig Tools zur Medienerziehung. Summa summarum w&auml;re Neelie Kroes gerne die Web-Mutter f&uuml;r die Web-Kids.</p>
<p>Der unter <a href="http://twitter.com/RegSprecher " target="_blank">@RegSprecher</a> twitternde Regierungssprecher Steffen Seibert berichtet &uuml;ber die Netzaktivit&auml;ten der Bundesregierung und w&uuml;nscht Sigmar Gabriel f&uuml;r seinen neuen Twitter-Account viel Gl&uuml;ck. Seibert bekennt, dass er selbst, ohne gr&ouml;&szlig;ere strategische Hintergedanken, die Idee hatte, auf Twitter aktiv zu werden, h&auml;lt das aber nicht f&uuml;r eine Gro&szlig;tat oder, um Seibert zu zitieren: &#8220;Man sollte in Sachen der Modernit&auml;t nicht weit hinter dem Vatikan zur&uuml;ckstehen.&#8221; Twitter dient Seibert u.a. als wichtiges Stimmungsbarometer daf&uuml;r, was die &#8220;Netzgemeinde&#8221; denkt. Der Versuch, B&uuml;rger und Nutzer zunehmend ins politische Geschehen einzubinden ist eine Aufgabe, der sich jede Partei und die Bundesregierung stellen muss. Gesetze werden auch zuk&uuml;nftig nicht ausschlie&szlig;lich im Netz gemacht, aber die Debatte und Bewertung wird zunehmend dort stattfinden. Auch der sogenannte <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/00-Homepage/homepage_node.html" target="_blank">Zukunftsdialog</a> soll fortgesetzt werden. Merkels Regierungssprecher hat durch sein pers&ouml;nliches Erscheinen sehr viel positive Werbung f&uuml;r die derzeitige Regierung gemacht.</p>
<p>Fassen wir zusammen: Zukunft ist f&uuml;r alle da. Wie die aussieht, sehen wir morgen. Nix genaues wei&szlig; man nicht. Bleibt, die Akkus immer gut aufzuladen, wachsam zu sein und online zu bleiben. Oder, als Merksatz f&uuml;r sp&auml;ter: Fragt nicht, was das Internet f&uuml;r euch tun kann, sondern was ihr online tun k&ouml;nnt, um alles ein kleines bisschen besser zu machen. Seit nett zueinander. Abgerechnet wird dann n&auml;chstes Jahr in Berlin. Viel Spa&szlig; im wirklich wahren Leben mit Internet, Tieren, Freunden und dem ganzen Rest. Gute Nacht.</p>
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		<title>Wenn einer eine Reise tut&#160;…</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 13:37:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht zur Lage]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Vollkommen wahnsinnig]]></category>

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		<description><![CDATA[…braucht er zum Alleine sein vor allem zwei Dinge: eine ger&#228;uscharme Besch&#228;ftigung und geruchlosen Proviant. Wer ohne Begleitung reist und Anschluss sucht, sollte dagegen unter Einbeziehung aller Mitreisenden interagieren. Als Grundausr&#252;stung empfiehlt sich ein mannshoher 90 Kilo Rollenkoffer erg&#228;nzt durch mindestens 7 Teile Handgep&#228;ck. Fortgeschrittene reisen mit verhaltensauff&#228;lligen Kleintieren. Es geht aber auch subtiler … [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>…braucht er zum Alleine sein vor allem zwei Dinge: eine ger&auml;uscharme Besch&auml;ftigung und geruchlosen Proviant. Wer ohne Begleitung reist und Anschluss sucht, sollte dagegen unter Einbeziehung aller Mitreisenden interagieren. Als Grundausr&uuml;stung empfiehlt sich ein mannshoher 90 Kilo Rollenkoffer erg&auml;nzt durch mindestens 7 Teile Handgep&auml;ck. Fortgeschrittene reisen mit verhaltensauff&auml;lligen Kleintieren.<span id="more-1247"></span></p>
<p>Es geht aber auch subtiler …</p>
<p>Eine Reise mit dem ICE von Kopenhagen nach Berlin dauert 6 Stunden und 41 Minuten (10 Minuten l&auml;nger, wenn der Lokf&uuml;hrer zwischendurch aussteigen und Gegenst&auml;nde vom Gleis sammeln muss). Rund 45 Minuten der Reise wird die kleine Gro&szlig;raumwagenfamilie auseinandergerissen. Zwischen Rodby Faerge und Puttgarten f&auml;hrt der Zug auf’s Schiff und alle Reisenden vertreiben sich die Zeit auf dem Sonnendeck, kaufen Schnaps, essen Fischbr&ouml;tchen und trinken dazu Automatenkaffee. Der Rest der Fahrt ist gemeinsame Qualit&auml;tszeit f&uuml;r die Gruppe. Die sch&ouml;nsten Bekanntschaften, die man dabei machen kann, brauchen allerdings keine Worte.</p>
<p>Sieben Stunden nonverbale Kommunikation ist nicht jedermanns Sache. Reisende ohne Lekt&uuml;re, Laptop, Kopfh&ouml;rer, MP3-Player, Smartphone etc. werden sich nicht &uuml;ber Stunden meditativ in sich selbst versenken, sie werden andere Besch&auml;ftigungsm&ouml;glichkeiten suchen und finden. Und so geht’s:</p>
<p>Als potentieller St&ouml;renfried setzen Sie sich direkt neben (empfiehlt sich bei motorischer Unruhe) oder hinter einen Fahrgast, der mit seiner professionellen Vielfahrerausr&uuml;stung (siehe oben) signalisiert, in Ruhe gelassen werden zu wollen. Das sollte Ihnen Ansporn und Motivation zugleich sein. Bringen Sie ihren Sitz in Position. Treten Sie dabei gerne gegen den Platz des Vordermannes, lassen sie das Tischen herunterfallen und stellen Sie es wieder senkrecht. Reisen Sie immer mit einer Tasche die zu 100 Prozent aus Klettverschluss besteht. Demonstrieren Sie durch mehrfaches &Ouml;ffnen und Schlie&szlig;en der Tasche, die ausgezeichneten Kletteigenschaften. Wiederholen sie diesen Vorgang ca. alle 7-9 Minuten. Rei&szlig;en sie besonders enthusiastisch, wenn einer der umsitzenden Reisenden gerade eingeschlafen ist.</p>
<p>In der Tasche selbst transportieren Sie viele lose Papiere. Verstecken Sie irgendwo im Altpapierberg ihr Zugticket. Packen Sie bei jeder Kontrolle der Tickets alles aus und verstecken sie im Anschluss daran die Fahrkarte erneut. Vergessen Sie ihre neue Digitalkamera nicht zuhause. Achten Sie bei den Reisevorbereitungen darauf, dass die Tastent&ouml;ne auf maximale Lautst&auml;rke eingestellt sind. Auch im Zug findet man viele sch&ouml;ne Motive. Dokumentieren Sie beispielsweise den Zustand des Abteilbodens und ihr Hosenbein. Knipsen sie den Inhalt ihrer Tasche, die Sie dazu &ouml;ffnen und schlie&szlig;en m&uuml;ssen. Das Bild ist zu dunkel? Wiederholen sie den Vorgang bis Sie zufrieden sind.</p>
<p>Sie kennen sich mit Ihrer Kamera noch nicht so gut aus? Ausgezeichnet! Jetzt ist die Gelegenheit sich in aller Ruhe durch alle Men&uuml;punkte und alle Schnappsch&uuml;sse zu klicken. Die Tastent&ouml;ne werden Musik in Ihren Ohren sein. Vermeiden sie all zu rhythmisches Klicken, ihre Sitznachbarn k&ouml;nnten dar&uuml;ber in einen erholsamen Tiefschlaf versinken. Lachen sie laut und herzlich, wenn Ihnen ein altes Bild besonders gut gef&auml;llt.</p>
<p>&Ouml;ffnen Sie dann, einfach weil Sie es k&ouml;nnen, ihre Kletttasche. Packen Sie Ihre Brotzeit aus. Geben Sie sich nicht mit einer Ei-Stulle zufrieden. Denken Sie an Zwiebeln, frischen Knoblauch, Bergk&auml;se. Trinken Sie Bier aus gut gesch&uuml;ttelten Dosen. Auch beim Essen, die Tasche nicht vergessen. Klicken Sie auf Ihrer Kamera herum. Er&ouml;ffnen sie ein launiges Selbstgespr&auml;ch. Werfen Sie mit Gegenst&auml;nden. Fassen Sie fremde Menschen an. Seien Sie kreativ!</p>
<p>Gute Reise und bleiben Sie verhaltensauff&auml;llig!</p>
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		<title>Es will ganz doll raus aus&#160;dir</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 07:57:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht zur Lage]]></category>
		<category><![CDATA[Sein und Haben]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass das menschliche Wesen ruhig und zur&#252;ckhaltend sei. Tats&#228;chlich lauert unter der d&#252;nnen Decke degenerativer Domestizierung ein wildes Raubtier, und das m&#246;chte vor allem eins: laut br&#252;llen. Da die meisten von uns aber begriffen haben, dass es st&#246;rend wirkt, wenn alle gleichzeitig laut schreien, wird diese Form des Ausdrucks [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass das menschliche Wesen ruhig und zur&uuml;ckhaltend sei. Tats&auml;chlich lauert unter der d&uuml;nnen Decke degenerativer Domestizierung ein wildes Raubtier, und das m&ouml;chte vor allem eins: laut br&uuml;llen. Da die meisten von uns aber begriffen haben, dass es st&ouml;rend wirkt, wenn alle gleichzeitig laut schreien, wird diese Form des Ausdrucks nur zu besonderen Gelegenheiten gepflegt. In den fr&uuml;hen Morgenstunden nach einer durchfeierten Nacht beispielsweise. Im Rudel ziehen M&auml;nner und Frauen durch die Stra&szlig;en und besingen den fr&uuml;hen Morgen. Tausendfach schallt es aus heiseren Kehlen dem untergehenden Mond entgegen.<span id="more-1243"></span></p>
<p>Was ist, in diesem Zustand vollst&auml;ndiger physischer und tats&auml;chlicher D&auml;mmerung naheliegender, als alleine oder gemeinsam mit anderen auf &ouml;ffentlichen Pl&auml;tzen laut zu br&uuml;llen und unartikuliert die freie Lautbildung zu feiern. Wer gerne eine Reaktion seiner Mitmenschen auf diese Form urspr&uuml;nglicher Kommunikation erfahren m&ouml;chte, w&auml;hlt dazu dicht besiedelte Pl&auml;tze und Stra&szlig;en. Insbesondere Menschen im Schichtdienst oder mit sehr kleinen Kindern freuen sich, wenn der kurze Nachtschlaf unterbrochen wird. Sie werden sich von ihren Lagern erheben und mittun.</p>
<p>Einem Liebesst&auml;ndchen gleich nimmt man Aufstellung unter dem Fenster einer sch&ouml;nen Unbekannten und ruft der aufgehenden Sonne entgegen. Gleich was, verst&auml;ndlich oder unverst&auml;ndlich. Es muss hinaus in die Welt. Fluchen sie! Die derart Besungene wird die Worte zu deuten wissen und gegen 4.38 Uhr eine passende Antwort finden. Zur gutturalen Erwiderung wird sie das Fenster &ouml;ffnen und sich weit vorn&uuml;berbeugen. Das struppige Haar wird im Rhythmus ihrer Rufe im fahlen Licht des beginnenden Tages wippen. Da kommt zusammen, was zusammen geh&ouml;rt.</p>
<p>Wer zu dieser fr&uuml;hen Stunde einen Partner in ebenso desolater Verfassung sein eigen nennt, schreit einfach diesen an. Alles, was sie sich schon immer einmal sagen wollten, jetzt ist der richtige Zeitpunkt daf&uuml;r. Benutzen sie F&auml;kalausdr&uuml;cke. Lassen sie ihre (noch) schlafenden Mitmenschen an ihrem Beziehungsstatus teilhaben. L&ouml;sen sie die Verlobung nicht einfach anonym in einem sozialen Netzwerk. Schluss machen per SMS st&ouml;rt keinen, ist also gleicherma&szlig;en sinnlos. Sollte Ihnen danach sein, vers&ouml;hnen sie sich spontan in einem Hinterhof. Revidieren Sie diese Entscheidung gerne wieder.  Befragen Sie ihre Mitmenschen auf Zuruf. Sie werden sich, beim Fr&uuml;hst&uuml;ck am sp&auml;ten Nachmittag, sowieso nicht mehr daran erinnern k&ouml;nnen.</p>
<p>Und jetzt hinaus in diesen Tag – so jung kommen wir nicht mehr zusammen!</p>
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		<title>Osterhasen! Wollt ihr ewig leben&#160;…?</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 08:45:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht zur Lage]]></category>
		<category><![CDATA[Sein und Haben]]></category>

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		<description><![CDATA[So ihr Hasen, Zeit, die rosa Puschelhasenpl&#252;schkost&#252;me wieder aus dem Schrank zu holen und den K&#246;rper durch konzentrierten Konsum von Bl&#228;tterkrokant in Milchschokolade in Form zu bringen. Die Zeiten, in denen wir Stroh zu Gold gesponnen haben, neigen sich dem Ende zu, ab sofort wird &#252;ber’s Wasser gegangen. Bis es soweit ist, m&#252;ssen aber noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So ihr Hasen, Zeit, die rosa Puschelhasenpl&uuml;schkost&uuml;me wieder aus dem Schrank zu holen und den K&ouml;rper durch konzentrierten Konsum von Bl&auml;tterkrokant in Milchschokolade in Form zu bringen. Die Zeiten, in denen wir Stroh zu Gold gesponnen haben, neigen sich dem Ende zu, ab sofort wird &uuml;ber’s Wasser gegangen. Bis es soweit ist, m&uuml;ssen aber noch viele Maultaschen gefaltet, L&auml;mmer geschlachtet und Eier hart gekocht werden. Wer dann auch noch bis zum Wochenende 250 Eier individuell von Hand gestalten m&ouml;chte, muss fr&uuml;h aufsteh’n. <span id="more-1236"></span></p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/04/ei_ostern2012.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1237" title="Ei mit M&uuml;tze. (c) JG" src="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/04/ei_ostern2012-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Der h&ouml;chste Feiertag der h&uuml;hnereiproduzierenden Industrie ist nah, und so ist das Gebot der Stunde, den eigenen K&ouml;rper an die erh&ouml;hte Zufuhr von tierischem Eiwei&szlig; behutsam aber bestimmt heran zu f&uuml;hren. Sp&auml;testens ab sofort ist der Tag mit einem gehaltvollen Eier-Shake, bestehend aus 5 rohen Eiern, einem kleinen Becher Sahne, drei Sardellen, Kapern, einer mittleren Knoblauchzehe und einer rohen Zwiebel, auf n&uuml;chternen Magen zu beginnen. Wer’s gerne scharf mag, l&ouml;st eine Chilischote darin auf. Gefolgt von Eierkuchen mit Zabaione, Eiersp&auml;tzle mit Eierso&szlig;e, Eierschecke zum Kaffee, einem Snack aus Soleiern, Senfeiern, Eiern am Stil. Das Nachtmahl k&ouml;nnte dann aus einer Variation von Eiern im Schlafrock, russischen Eiern, pochierten Eiern und Eiersalat bestehn. Eierfreunde werden an dieser Stelle aber auch gerne kreativ und &uuml;berraschen ihre Lieben mit neuen Eikreationen. Runtergesp&uuml;lt wird mit einem guten Schluck aus dem Eierlik&ouml;rkanister oder Eierpunsch. Die Kinder verst&uuml;mmeln in der Zwischenzeit einige fr&uuml;he Bisquithasen grausam an den Ohren.</p>
<p>Am Festtag selbst hoppeln alle vergn&uuml;gt &uuml;ber das frische Gr&uuml;n. Wer selbstt&auml;tig nichts mehr zu sich nehmen kann, h&auml;ngt am Eiertropf. Wer jetzt noch bei guter Gesundheit ist, zelebriert ein letztes Schokoladenosterhasenmassaker. Dann ziehen sich alle Familienmitglieder noch einmal &uuml;ber die Tischkante, um den Speisebrei gleichm&auml;&szlig;ig im Magen zu verteilen und schlafen durch bis Pfingsten.</p>
<p>Nun hab ich einen Blogtext f&uuml;r euch gedr&uuml;ckt, wie H&uuml;hner Eier legen, und gehe festlich und geschm&uuml;ckt vielen hundert Maultaschen und bunten Eiern entgegen.*</p>
<p>*frei nach Joachim Ringelnatz, &#8220;Pfingstbestellung&#8221;</p>
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		<title>Der Menschen-Mann &#8211; Reise auf einem dunklen&#160;Kontinent</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 11:04:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bericht zur Lage]]></category>
		<category><![CDATA[Sein und Haben]]></category>
		<category><![CDATA[Wenn es dunkel wird]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Leben des Menschen-Mannes ist nicht nur in jedem Lebensalter deutlich gef&#228;hrdeter als das weiblicher Artgenossen, auch emotional geht er zeitlebens durch T&#228;ler und Tiefebenen. Wo kaum je ein Sonnenstrahl hinkommt, ist Platz f&#252;r sehr viel Schatten. Seit sie nicht mehr jagen und sammeln d&#252;rfen, um dabei von S&#228;belzahntigern aufgeschlitzt oder von Mammuts zertrampelt zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Leben des Menschen-Mannes ist nicht nur in jedem Lebensalter deutlich gef&auml;hrdeter als das weiblicher Artgenossen, auch emotional geht er zeitlebens durch T&auml;ler und Tiefebenen. Wo kaum je ein Sonnenstrahl hinkommt, ist Platz f&uuml;r sehr viel Schatten.<span id="more-1232"></span></p>
<p>Seit sie nicht mehr jagen und sammeln d&uuml;rfen, um dabei von S&auml;belzahntigern aufgeschlitzt oder von Mammuts zertrampelt zu werden, sterben sie einfach von alleine aus. Bis es soweit ist, sorgen sie f&uuml;r einen erh&ouml;hten, volkswirtschaftlich nicht zu beziffernden Pflegeaufwand. Schw&auml;chlich und mit Darmproblemen siechen sie im <a href="http://www.netdoktor.at/nachrichten/?id=119370" target="_blank">Kinderbett</a>, erliegen <a href="http://www.n-tv.de/wissen/Maenner-altern-nicht-sie-verwittern-article1814141.html" target="_blank">Herzinfarkten und wuchern an Stellen</a>, die daf&uuml;r nicht vorgesehen sind, werden <a href="http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/depression/tid-16209/lebenskrise-frauen-leiden-haeufiger-an-depressionen-maenner-begehen-oefter-suizid_aid_453942.html" target="_blank">suizidal</a> und <a href="http://www.zeit.de/online/2008/11/maenner-alkohol" target="_blank">saufen</a> sich die Leber auf Fu&szlig;ballgr&ouml;&szlig;e. Dann kommt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korsakow-Syndrom" target="_blank">Vergessen</a>. Das kann weder Zufall noch Laune der Natur sein.</p>
<p>Die M&auml;r von der hormoninduzierten, emotionalen Instabilit&auml;t der Frau in praktisch jedem Lebensalter ist viel besungen und raummeterweise in Ratgeberliteratur verarbeitet. Daraus leiten unsere m&auml;nnlichen Leistungstr&auml;ger in stundenlangen Meetings einen nat&uuml;rlichen und &uuml;ppig besoldeten F&uuml;hrungsanspruch ab. Dessen Aufrechterhaltung weitere Zusammenk&uuml;nfte erforderlich macht, die nur durch gelegentliche Nahrungsaufnahme oder Barfuss-Ultramarathonl&auml;ufe &uuml;ber Magmafelder unterbrochen werden.</p>
<p>Ohne die F&auml;higkeit l&auml;ssig Einparken zu k&ouml;nnen auf einen Sack Reis reduzieren zu wollen, was, liebe Servolenker, w&auml;re die Welt f&uuml;r ein w&uuml;ster Ort ohne diese Fundamentalfertigkeit? Die Geschichte des Einparkens ist nicht zuf&auml;llig tief in unserem christlich- abendl&auml;ndischen Welt- und Menschenbild verankert: &#8220;Und die Erde war w&uuml;st und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht &#8230;&#8221;, und dann wurde eingeparkt und es war kein Chaos mehr &#8230; auf den Stra&szlig;en &#8230; und dann kam Adam, der Rest ist Geschichte. Und dennoch kann einfach behauptet werden, dass Interaktion und Kommunikation mit m&auml;nnlichen Artgenossen auch nicht immer das reine Vergn&uuml;gen sind. Die konstitutionell bedingte manifeste <a href="http://www.zeit.de/2012/02/Maenner" target="_blank">Jammerlappigkeit</a> und manuelle Ungeschicklichkeit tun ihr &Uuml;briges. Trotz dieser au&szlig;erordentlichen Lebensleistung k&uuml;mmert man sich um sie, auch wenn Aufzucht und Hege von Kleintieren und oder Pflanzen deutlich leichter von der Hand gehen und weniger Wohnraum beanspruchen. Daf&uuml;r wird keine Dankbarkeit erwartet, allerdings w&auml;re die Bildung von Bl&uuml;tenst&auml;nden im Bereich der Ohren, Nase oder der Austritts&ouml;ffnung des Darmes zuk&uuml;nftig w&uuml;nschenswert. Ein Platz auf den Fensterb&auml;nken und Balkonen der Nation w&auml;re ihnen sicher.</p>
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		<title>Neulich&#160;irgendwo</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 13:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sein und Haben]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>
		<category><![CDATA[Vollkommen wahnsinnig]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mensch ist, mit einer Ausnahme, nicht nur vollkommen wahnsinnig sondern auch nicht gemeinschaftsf&#228;hig, auch wenn Kuschelp&#228;dagogen, Familienaufsteller, Philanthropen, Sonstige gerne etwas anderes behaupten. Unw&#252;rdige Sozialexperimente wie: Wir gehen an einem beliebigen Wochentag in einen Supermarkt und p&#246;beln weder andere „friedliche“ Kunden (die unkoordiniert vor dem K&#252;hlregal herumlungern) an, noch rammen wir einfach so, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch ist, mit einer Ausnahme, nicht nur vollkommen wahnsinnig sondern auch nicht gemeinschaftsf&auml;hig, auch wenn Kuschelp&auml;dagogen, Familienaufsteller, Philanthropen, Sonstige gerne etwas anderes behaupten. Unw&uuml;rdige Sozialexperimente wie: Wir gehen an einem beliebigen Wochentag in einen Supermarkt und p&ouml;beln weder andere „friedliche“ Kunden (die unkoordiniert vor dem K&uuml;hlregal herumlungern) an, noch rammen wir einfach so, weil es Spa&szlig; macht, den Wagen in die Fersen eines Konsumenten, m&uuml;ssen als gescheitert betrachtet werden. Der Beitrag von Online-Superm&auml;rkten zum sozialen Frieden kann gar nicht hoch genug eingesch&auml;tzt werden. Treffen Humanoide in Rufweite aufeinander, sind Hass, &Auml;rger und K&ouml;rperfl&uuml;ssigkeiten vorprogrammiert. Immer.<span id="more-1227"></span></p>
<p>Neulich im Fahrstuhl<br />
Schallisolierter Wohnraum ist ein Menschenrecht, und das Zusammenleben in Mehrfamilienh&auml;usern ist eine Form fortgesetzter Affektkontrolle mit allen bekannten degenerativen Begleiterscheinungen. Schon die gemeinschaftliche Nutzung eines Fahrstuhls mit einem vollkommen wahnsinnigen, der K&ouml;rperhygiene wenig zugewandten Mitbewohner mit Magenproblemen kann &uuml;ber den weiteren Verlauf eines Tages entscheiden. Aber auch die Nutzung des Treppenhauses sch&uuml;tzt nicht davor auf Menschen zu treffen, die k&ouml;rperlich unp&auml;sslich in den Tag gestartet sind. Jeder hat mal einen schlechten Tag, und das Erbrechen im &ouml;ffentlichen Raum ist f&uuml;r wenige ein angenehmes Erlebnis. Der Anblick von Kotze am Morgen hat aber auch sein Gutes: Auf n&uuml;chternen Magen hat man selbst nur wenig dazu beizutragen.</p>
<p>Neulich im Gro&szlig;raumwagen<br />
Gro&szlig;raumw&auml;gen in Z&uuml;gen sind regelm&auml;&szlig;ig Schaupl&auml;tze grausamer menschlicher Dramen.<br />
An einem Sonntag im M&auml;rz in einem ICE-Gro&szlig;raumwagen von Berlin nach Leipzig. Besetzte Pl&auml;tze ca. f&uuml;nf bis sieben, frei: sehr viele. Die Reservierungsanzeige ist, wie &uuml;blich, ausgefallen. Der Zug wird in Leipzig enden. Einziger noch zu erwartender Zwischenhalt: Lutherstadt Wittenberg. Gr&ouml;&szlig;ere Menschenhorden sind auch hier nicht mehr zu erwarten (aber man wei&szlig; ja nie). Auftritt zweier &auml;lterer Damen in Kunstpelzj&auml;ckchen mit Raubtierprint. Es folgt ein minutenlanger Streit um den einen reservierten Gangplatz ohne Tisch, der nur aufgrund der k&ouml;rperlichen Gebrechlichkeit der Delinquentinnen nicht in k&ouml;rperliche Gewalt  ausartet und vom Zugchef h&ouml;chstselbst befriedet werden muss. M&uuml;tter mit kleinen Kindern haben zu diesem Zeitpunkt aus Sicherheitsgr&uuml;nden den Gro&szlig;raumwagen bereits verlassen. Noch beim Aussteigen in Leipzig zischt die eine der anderen zu: „Sie haben kein Recht hier zu sein.“</p>
<p>Neulich im &ouml;ffentlichen Personennahverkehr<br />
&Ouml;ffentliche Verkehrmittel sind nicht nur ein Schlachtfeld Fahrgast gegen Fahrgast, sondern insbesondere auch Fahrer gegen den Rest der Welt. Gelegenheitspassagiere sind h&auml;ufig mit der Tatsache, dass sich Fahrzeugt&uuml;ren nur schlie&szlig;en, solange Menschen nicht zu dicht im T&uuml;rbereich stehen, gar nicht vertraut. Alte Hasen im Fahrgesch&auml;ft schalten dann einfach mal sich und den Motor des Transportmittels ab und warten. Nach einer angemessenen Bedenkzeit, in der jeder Reisende die Gelegenheit zur eingehenden Selbstpr&uuml;fung oder f&uuml;r ein kurzes Gebet nutzen kann, folgt freundliches aber bestimmtes Rufen durch das Fahrermikrofon. Bei der Ansage achtet das geschulte Fachpersonal auf eine ebenso kurze wie unspezifische Ansprache aller („Heute noch?“, „Wird’s?“, „Freimachen!“). Der harmoniebed&uuml;rftige Fahrgast hat zu diesem Zeitpunkt schon mehrfach versucht, den Delinquenten aus der Gefahrenzone zu lotsen, was wiederum gerne als feindliche Einmischung verstanden wird und zu lautstarken Auseinandersetzungen f&uuml;hren kann. Wer schlechte Laune hat, darf sich sp&auml;testens jetzt aufgefordert f&uuml;hlen munter mitzumischen. Eine koordinierte Lautbildung ist nicht erforderlich. Br&uuml;llen sie einfach.<br />
Irgendwann wird die Fahrt fortgesetzt.</p>
<p>Neulich am Geldautomaten<br />
Auch hier sollte man immer auf den Anblick von halbverdautem Speisebrei gefasst sein.</p>
<p>Neulich irgendwo<br />
Die Temperaturen werden milder. Die Fenster in Hausfluren k&ouml;nnen wieder ge&ouml;ffnet werden. Das sieht nicht jeder so.</p>
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		<title>Spieglein, Spieglein &#8211; M&#228;rchen im Alltagstest&#160;(I)</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Mar 2012 13:16:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bekenntnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht zur Lage]]></category>
		<category><![CDATA[Sein und Haben]]></category>
		<category><![CDATA[Wenn es dunkel wird]]></category>

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		<description><![CDATA[M&#228;rchen sind, im Gegensatz zu Sagen und Legenden, per Definition frei erfunden.  Macht nix &#8211; Die rote Pudelm&#252;tze aufgesetzt, den Jutebeutel mit Lebensmitteln vollgestopft und ab in den Wald. Ein Beitrag &#252;ber Gold, Silber und schwere bakterielle Infektionen der oberen Extremit&#228;ten. Unter einem Baum gestanden, „wirf Gold und Silber &#252;ber mich“ ins Bl&#228;tterdach gerufen. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>M&auml;rchen sind, im Gegensatz zu Sagen und Legenden, per Definition frei erfunden.  Macht nix &#8211; Die rote Pudelm&uuml;tze aufgesetzt, den Jutebeutel mit Lebensmitteln vollgestopft und ab in den Wald. Ein Beitrag &uuml;ber Gold, Silber und schwere bakterielle Infektionen der oberen Extremit&auml;ten.<span id="more-1224"></span></p>
<p>Unter einem Baum gestanden, „wirf Gold und Silber &uuml;ber mich“ ins Bl&auml;tterdach gerufen. Der Baum sch&uuml;ttelte sich und warf. Kastanien waren nicht einmal essbar. Entt&auml;uscht nach Hause gegangen. Tiere gebastelt und im Ofen verbrannt.</p>
<p>Kommt ein Mann auf einem Pferd in den Hinterhof geritten, br&uuml;llt: „Wirf dein goldenes Haar herunter?“ Auf die Anmerkung „Blond haben wir nicht, ginge auch schwarz wie Ebenholz?“, keine Antwort erhalten. Haare oben behalten. Pferd steht immer noch da.</p>
<p>Lebensmittel f&uuml;r hilfsbed&uuml;rftige &auml;ltere Dame durch den Wald nach Hause getragen.  Vom Wolf angesprochen worden, ob ich Tierfreundin sei. Nat&uuml;rlich nicht. Wolf w&uuml;nscht trotzdem noch einen sch&ouml;nen Tag.</p>
<p>Kaum war der Wolf weg, will jemand den Korb mit Lebensmitteln haben und meinen Mantel, die F&auml;ustlinge, den Schal und die rote M&uuml;tze, die Stiefel, den Pullover, die Schneehose und die wollene Leibw&auml;sche. Wegen Erregung &ouml;ffentlichen &Auml;rgernisses verwarnt worden. Schwere Lungen- und Blasenentz&uuml;ndung erfordern fortgesetzte Bettruhe.</p>
<p>Erbsen unter der Matratze ausgelegt. Ausgezeichnet geschlafen. Bin immer noch eine Prinzessin.</p>
<p>Gebacken, gebraut, Kindern Namen gegeben und aus Stroh Gold gemacht. Mit der Spindel in den Finger gestochen. Schmerzhafte Entz&uuml;ndung muss antibiotisch behandelt werden. Schlaflose N&auml;chte dauern an.</p>
<p>Spiegel angebr&uuml;llt. Spiegel reagiert nicht. Jeder ist ersetzbar.</p>
<p>Sieben kleine M&auml;nner brauchen Platz. Das kann sich in Zeiten gestrichener Bergbau-Subventionen keiner mehr leisten.</p>
<p>Betten ausgesch&uuml;ttelt. Schwerer Schneesturm wurde in der Wettervorhersage angek&uuml;ndigt. Das genaue Datum wird an dieser Stelle bekannt gegeben. Zieht euch schon mal warm an.</p>
<p>Frosch gek&uuml;sst.</p>
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		<title>Im K&#252;hlschrank geht das Licht&#160;aus</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 11:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht zur Lage]]></category>
		<category><![CDATA[Warum auch nicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kommunikation mit K&#252;chenger&#228;ten und Funktionskleidung hat eine lange Tradition. W&#228;hrend die einen ihren Staubsauger anbr&#252;llen oder B&#252;geleisen schlagen, verlassen andere sich auf akademisch vorgebildete Ger&#228;te zum R&#246;sten von Brot. Derart auf ihren Menschen bezogene Maschinen vereinsamen rasch – die Geschichte einer Entfremdung und Wiederann&#228;herung. Nach zehnt&#228;giger Weltflucht den K&#252;hlschrank sozial verwahrlost vorgefunden. Das Licht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kommunikation mit K&uuml;chenger&auml;ten und Funktionskleidung hat eine lange Tradition. W&auml;hrend die einen ihren Staubsauger anbr&uuml;llen oder B&uuml;geleisen schlagen, verlassen andere sich auf akademisch vorgebildete <a href="http://blog.lvz-online.de/easyreader/der-toaster-denkt-sich-seinen-teil/" target="_blank">Ger&auml;te zum R&ouml;sten von Brot</a>. Derart auf ihren Menschen bezogene Maschinen vereinsamen rasch – die Geschichte einer Entfremdung und Wiederann&auml;herung.<span id="more-1221"></span></p>
<p>Nach <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/category/berlinale/ " target="_blank">zehnt&auml;giger Weltflucht</a> den K&uuml;hlschrank sozial verwahrlost vorgefunden. Das Licht schien zu flackern. Das Brummen klang jammervoller als gew&ouml;hnlich. Zwei k&uuml;mmerliche &Auml;pfel und ein Glas Senf hatten ihm nur m&auml;&szlig;ig die Zeit vertrieben. Das Schlie&szlig;ger&auml;usch ist schabender als sonst. Die Innenraumgestaltung ein Plaste gewordener Vorwurf. W&auml;re er dazu in der Lage, er w&uuml;rde Kondenswasser weinen und Falten werfen. Empfehle ihm sein Verhalten noch einmal zu &uuml;berdenken und drohe mit der sofortigen Abschaltung.</p>
<p>Die Stehlampe l&ouml;st ihren Fu&szlig; bei einem ersten zarten Ann&auml;herungsversuch auf. Tr&auml;nen aus Zementbrocken verteilen sich &uuml;ber das PVC-Laminat-Imitat. Die Badezimmerleuchte hat das Kabel um den schlanken Hals gewunden, mehr Sein als Schein auch bei der Flurbeleuchtung. Ein Fliegenbein rieselt von uringelber Fliese auf aschgrauen Badezimmerflokati.</p>
<p>Die Zimmerantenne wirkt geknickt. Der F&ouml;hn hat sich hinter einen Heizk&ouml;rper zur&uuml;ckgezogen. Kleinlich verlangt der Kocher, und jetzt wird es wirklich verr&uuml;ckt, ein Einf&uuml;hren des Steckers in die daf&uuml;r vorgesehene Dose, bevor ein Erhitzen des Wassers &uuml;berhaupt freundlich in Erw&auml;gung gezogen wird. Nur die Mainzelm&auml;nnchen-Lichterkette spendet stoisch orangefarbenes Licht. Danke, dass hier &uuml;berhaupt irgendeiner noch macht, was er soll und, nur weiter so, den Elektronikschrott-Container hat noch keiner lebend wieder verlassen.</p>
<p>Nur einer schweigt, in seiner Ecke: der Staubsauger. Der ist schon lange tot.</p>
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		<title>Berlinale 2012 – Goldener B&#228;r f&#252;r Caesars&#160;Tod</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Feb 2012 19:39:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale]]></category>

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		<description><![CDATA[B&#228;renzeit bei den 62. Internationalen Filmfestspielen in Berlin und ein ganz ausgezeichneter Abend f&#252;r mich und meinen Wettbewerbs-Favoriten. „Cesare deve morire“ von Paolo und Vittorio Taviani wird mit dem Goldenen B&#228;ren und damit als bester Film der Berlinale ausgezeichnet. Der Preis f&#252;r die beste Regie geht an den deutschen Filmemacher Christian Petzold f&#252;r „Barbara“. Liebe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>B&auml;renzeit bei den 62. Internationalen Filmfestspielen in Berlin und ein ganz ausgezeichneter Abend f&uuml;r mich und meinen Wettbewerbs-Favoriten. „Cesare deve morire“ von Paolo und Vittorio Taviani wird mit dem Goldenen B&auml;ren und damit als bester Film der Berlinale ausgezeichnet. Der Preis f&uuml;r die beste Regie geht an den deutschen Filmemacher Christian Petzold f&uuml;r „Barbara“.<span id="more-1204"></span></p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/02/goldener_baer.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1205" style="margin: 7px;" title="Goldener Berlinale-B&auml;r (c) dpa" src="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/02/goldener_baer-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Liebe Tierfreunde, die Berlinale 2012 ist fast Geschichte, die B&auml;ren haben das letzte Wort. Am Sonntag geh&ouml;ren die Kinos dann noch einmal den Zuschauern. Rund 400 Filme habe ich in den vergangenen zehn Tagen nicht gesehen, aber immerhin einen Bruchteil dessen. Fassen wir zusammen - Die Internationale Jury um ihren Pr&auml;sidenten <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-alle-lieben-dieter/" target="_blank">Mike Leigh</a> hat 18 Wettbewerbsbeitr&auml;ge gesehn und entschieden, die Berlinale-B&auml;ren wie folgt zu vergeben:</p>
<p>Goldener B&auml;r und damit bester Film des Wettbewerbs ist 2012 ist <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-hinter-gittern-julius-caesar-im-mannerknast/" target="_blank">„Cesare deve morire“</a>. Was sagt man dazu – die Jury hat die beste aller Entscheidungen getroffen. H&auml;tte auch ich nicht besser machen k&ouml;nnen.</p>
<p><span class="youtube">
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<param name="wmode" value="opaque" />
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</span><p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=HdNpnS4LQas">www.youtube.com/watch?v=HdNpnS4LQas</a></p></p>
<p>Der Gro&szlig;e Preis der Jury und damit ein silberner und sehr politischer B&auml;r geht an Bence Fliegaufs <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-mads-mikkelsen-verliert-den-kopf/" target="_blank">„Csak a szél“</a> (Just the Wind).</p>
<p>Der Silberne B&auml;r f&uuml;r die beste Regie bleibt in Deutschland und geht an Christian Petzold f&uuml;r <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-hinter-gittern-julius-caesar-im-mannerknast/" target="_blank">„Barbara“</a>.</p>
<p>Den Preis f&uuml;r die beste Darstellerin und damit einen Silbernen B&auml;ren erh&auml;lt Rachel Mwanza f&uuml;r ihre Leistung als Komona in „Rebelle“.</p>
<p>Der Silberne B&auml;r f&uuml;r den besten Darsteller geht an Mikkel Boe Folsgaard und seine schauspielerische Leistung als Christian VII. von D&auml;nemark in „<a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-mads-mikkelsen-verliert-den-kopf/" target="_blank">En Kongelig Affaere“.</a></p>
<p>Der Preis f&uuml;r das Beste Drehbuch und damit ein Silberner B&auml;r geht an Nicolaj Arcel und Rasmus Heisterberg f&uuml;r <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-mads-mikkelsen-verliert-den-kopf/" target="_blank">„En Kongelig Affaere“</a>. Herrlich.</p>
<p>Der Preis f&uuml;r eine herausragende k&uuml;nstlerische Leistung geht in diesem Jahr in den Bereich Kamera. Lutz Reitemeier erh&auml;lt einen Silbernen B&auml;r f&uuml;r seine eindrucksvollen Bilder in <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-pocahontas-mit-giraffe/" target="_blank">„Bai Lu Yuan“</a> (White Deer Plain).</p>
<p>Mit dem Alfred-Bauer-Preis in Erinnerung an den Gr&uuml;nder des Festivals f&uuml;r einen Spielfilm, der &#8220;neue Perspektiven der Filmkunst er&ouml;ffnet&#8221;, wird bei der 62. Berlinale <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-gitte-und-gunter-allein-zu-haus/" target="_blank">„Tabu“</a> von Miguel Gomes ausgezeichnet.</p>
<p>Au&szlig;erdem spricht die Jury eine lobende Erw&auml;hnung f&uuml;r den Film „L’enfant d’en haut“ von Ursula Meier aus. Eine ganz ausgezeichnete Wahl, stimmig und passend.</p>
<p style="text-align: center;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p>Die Jury hat ihre Entscheidung getroffen, daf&uuml;r sind <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-alle-lieben-dieter/" target="_blank">Mike Leigh, Anton Corbijn, Asghar Farhadi, Charlotte Gainsbourg, Jake Gyllenhaal, François Ozon, Boualem Sansal und Barbara Sukowa</a> ja immerhin nach Berlin gekommen. Der Blick der geladenen Filmschaffenden muss sich nicht mit unserem decken. Wer h&auml;tte zu hoffen gewagt, dass ein so sch&ouml;ner Historienfilm wie „En Kongelig Affaere“ von Nicolaj Arcel gleich zwei B&auml;ren mit nach D&auml;nemark nehmen darf!? Wer h&auml;tte auf <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-gitte-und-gunter-allein-zu-haus/" target="_blank">Schnappi, das kleine Krokodil</a> auch nur einen Blumentopf gewettet!? Ist „Gnade“ weniger eindr&uuml;cklich, weil er nicht mit einem B&auml;ren bedacht wurde!? H&auml;tte nicht alles besser oder viel schlimmer kommen k&ouml;nnen?</p>
<p>Die B&auml;ren der Jury m&uuml;ssen nicht die unseren sein. Vielleicht haben wir andere Filme, andere Darsteller vorne gesehen. Sei&#8217;s d&#8217;rum. Nicht alle, aber einige Festival-Filme werden ihren Weg in die deutschen Kinos finden. Mindestens den Gewinner des Goldenen B&auml;ren solltet ihr euch anseh&#8217;n.</p>
<p>Erf&uuml;llt mit vielen neuen Eindr&uuml;cken, Geschichten und Bildern kann nach vielen Stunden in dunklen Kinos&auml;len jetzt endlich der Fr&uuml;hling kommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Noch mehr Filme, Stars und Glitzer gibt’s im gro&szlig;en <a href="http://www.lvz-online.de/specials/specials_themen/berlinale/r-berlinale.html" target="_blank">Special auf LVZ-Online</a> und <a href="http://www.dnn-online.de/web/dnn/themen/details/-/specific/Berlinale-3480366265" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Berlinale 2012 – Mads Mikkelsen verliert den&#160;Kopf</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 07:47:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliette Guttmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlinale]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast ist schon wieder alles vorbei bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin. Am wettbewerbsreichen Donnerstag marschieren wir durch den Wald, &#252;berwintern in der Polarnacht und Mads Mikkelsen wird einen Kopf k&#252;rzer gemacht. Der achte Berlinale-Tag endet mit einer schwachen Urinbilanz. In einem ungarischen Dorf wurde eine Roma-Familie ermordet. Die T&#228;ter sind entkommen. Ausgehend von einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast ist schon wieder alles vorbei bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin. Am wettbewerbsreichen Donnerstag marschieren wir durch den Wald, &uuml;berwintern in der Polarnacht und Mads Mikkelsen wird einen Kopf k&uuml;rzer gemacht. Der achte Berlinale-Tag endet mit einer schwachen Urinbilanz.<span id="more-1195"></span></p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/02/just_the_wind.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1199" style="margin: 7px;" title="Gy&ouml;ngyi Lendvai in einer Szene von &quot;Just the wind&quot; / Foto: dpa" src="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/02/just_the_wind-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>In einem ungarischen Dorf wurde eine Roma-Familie ermordet. Die T&auml;ter sind entkommen. Ausgehend von einer realen Mordserie, der in Ungarn in wenig mehr als einem Jahr acht Menschen zum Opfer fielen, schildert der Filmemacher Bence Fliegauf in „Csak a szél“ (Just The Wind) die Stimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht. Die Kamera heftet sich eng an die Fersen der Protagonisten, zu eng. Nicht jeder Waldweg muss mehrfach beschritten werden. Nicht jeder Zweig muss von der Handkamera gew&uuml;rdigt werden. Inszenierte Bedeutungsschwere nimmt mehr, als sie n&uuml;tzt. Wir erleben einen Tag im Leben einer Familie, gef&uuml;hlt in Echtzeit. Das ist selten gut. <a href="http://www.zeroone.de/zero/index.php?id=464" target="_blank">„24h Berlin“</a> hat man sich gerade deshalb stundenlang angesehen, weil es nicht z&auml;h war, dem Leben zuzusehen.</p>
<p>Angst, Gewalt und Rassismus sind allgegenw&auml;rtig und qu&auml;lend. Kameraf&uuml;hrung und Erz&auml;hlweise sind es auch. Durch den Mangel an Erz&auml;hlstruktur und fehlende Pr&auml;zision nimmt Bence Fliegauf seinem Wettbewerbsbeitrag „Csak a szél“ (Just The Wind) Ausdruckskraft, reduziert sein Thema und verschenkt seine ausgezeichneten Darsteller. Eine Antwort auf die Frage: Wie viel Zeit ben&ouml;tigt meine Geschichte wirklich, um erz&auml;hlt und verstanden zu werden, bleibt Fliegauf leider &uuml;ber weite Teile schuldig. Am Ende findet der Film die Konsequenz, die er &uuml;ber 90 Minuten vermissen l&auml;sst.</p>
<p><strong>Zieht euch warm an</strong></p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/02/gnade.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1200" style="margin: 7px;" title="Filmszene aus &quot;Gnade&quot; mit J&uuml;rgen Vogel / Foto: dpa" src="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/02/gnade-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Matthias Glasners „Gnade“ (Mercy) mit J&uuml;rgen Vogel und Birgit Minichmayr in den Hauptrollen ist ein weiterer deutscher Film im Wettbewerb und, verglichen mit <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-hinter-gittern-julius-caesar-im-mannerknast/" target="_blank">„Barbara“</a> und <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-gitte-und-gunter-allein-zu-haus/" target="_blank">„Was bleibt“</a>, der st&auml;rkste deutsche Streifen im Rennen um einen der B&auml;ren.</p>
<p>Niels und Maria ziehen gemeinsam mit ihrem Sohn nach Norwegen, in die Dunkelheit und K&auml;lte der Polarnacht. Das geregelte Leben spielt sich in der neuen Heimat schnell ein. Alles &auml;ndert sich, als Maria nach einer Nachtschicht im Hospiz einen Autounfall hat und Fahrerflucht begeht.</p>
<p>Glasner wei&szlig; die Landschaft und die in dieser lebensfeindlichen Umgebung verwurzelten Menschen f&uuml;r sich zu nutzen, ohne sie zu verkitschen. Finsternis, Eis und Sturm machen einen fr&ouml;steln im Kinosessel. Hier ist es noch wichtiger als an anderen Orten, Teil der Gemeinschaft zu sein. Jeder kennt jeden, alles h&auml;ngt miteinander zusammen. Eine Sichtweise, die altmodisch anmutet, in ihrer Verdichtung aber wahrhaftig wirkt und nicht beengend.</p>
<p>Jeder in der Familie l&auml;dt Schuld auf sich, aber keine wiegt schwerer als Marias. So schwer, dass ein Bekenntnis unm&ouml;glich erscheint. Marias Schuld wird sich auf das Leben aller Familienmitglieder auswirken. Niels und Sohn Markus werden der Mann und der Sohn von sein. Niels und Markus versuchen sich f&uuml;r ihr Fehlverhalten zu entschuldigen und nehmen die Zur&uuml;ckweisung in Kauf. Jeder macht sich schuldig – wer hat Gnade verdient? Wer kann uns Gnade gew&auml;hren? Ist Vergebung m&ouml;glich? Glasner entl&auml;sst uns hoffnungsvoll aus dem Kino.</p>
<p><strong>Eine d&auml;nische Liebesgeschichte</strong></p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/02/en_kongelig_affaere.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1201" style="margin: 7px;" title="Mads Mikkelsen und Alicia Vikander in einer Szene von &quot;En Kongelig Affaere&quot; / Foto: dpa" src="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/files/2012/02/en_kongelig_affaere-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Geschichte vom deutschen Leibarzt Johann Friedrich Struensee am Hofe K&ouml;nig Christian VII. ist Geschichte, historisch verb&uuml;rgt und literarisch bearbeitet unter anderem im Bestseller „Der Besuch des Leibarztes“ von Per Olov Enquist nachzulesen.</p>
<p>Johann Friedrich Struensee (Mads Mikkelsen), Armenarzt aus Altona, wird im d&auml;nischen Wettbewerbsbeitrag „En Kongelig Affære“ (A Royal Affair  / Die K&ouml;nigin und der Leibarzt) von Nikolaj Arcel mit K&ouml;nig Christian VII. (Mikkel Boe Følsgaard ) Europa bereisen, D&auml;nemark reformieren, sich in K&ouml;nigin Caroline Mathilde (Alicia Vikander ) verlieben, mit ihr ein Kind zeugen und seinen Kopf verlieren.</p>
<p>Im Gegensatz zu dem in die eigenen Kost&uuml;me und Kulissen verliebten Er&ouml;ffnungsfilm und Wettbewerbsbeitrag (die &Auml;lteren unter uns erinnern sich) „Les Adieux à la Reine“ sind bei „En Kongelig Affære“ Kleider, Per&uuml;cken und R&auml;ume Mittel zum Zweck. Nikolaj Arcel f&uuml;hlt sich seiner Geschichte verpflichtet und vertraut auf seine Darsteller, allen voran  Mads Mikkelsen und Alicia Vikander. Kitsch und Pathos werden weitestgehend vermieden. Wir sehen den Aufstieg und Fall eines Armenarztes, der Gro&szlig;es bewegen wollte, der sich von der Macht blenden lie&szlig; und am Ende alles verliert.</p>
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<p>Die sterblichen &Uuml;berreste von Johann Friedrich Struensee sind in der St. Petri-Kirche, gegen&uuml;ber der deutschen Schule in Kopenhagen beigesetzt <a href="http://www.sankt-petri.dk/">http://www.sankt-petri.dk/</a>, aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<p>„En Kongelig Affære“ ist gleichzeitig der letzte Berlinale-Film f&uuml;r mich in diesem Jahr. Am Freitag und Samstag m&uuml;sst ihr alleine ins Kino. Acht Tage bei Wasser, trockenen Brezeln, Kaffee und Halspastillen liegen hinter mir. Jetzt muss es irgendwie weitergehn - ein Leben ohne 9-Uhr-Fr&uuml;hfilm scheint m&ouml;glich, aber sinnlos.</p>
<p>Am Samstag gibt’s noch B&auml;ren, m&ouml;gen die Besten gewinnen. Folgende Filme, Darsteller, Drehb&uuml;cher, Kamera etc. seien der Internationalen Jury um <a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-alle-lieben-dieter/" target="_blank">Mike Leigh</a> an dieser Stelle noch einmal ans Herz gelegt:</p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-hinter-gittern-julius-caesar-im-mannerknast/" target="_blank">&#8220;Cesare deve morire&#8221;</a> von Paolo &amp; Vittorio Taviani</p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-kann-denn-liebe-sunde-sein/" target="_blank">&#8220;Metéora&#8221;</a> von Spiros Stathoulopoulos</p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-und-batman-weint/" target="_blank">&#8220;Jayne Mansfield&#8217;s Car&#8221;</a> von Billy Bob Thornton</p>
<p><a href="http://blog.lvz-online.de/hinterstuebchen/berlinale-2012-gitte-und-gunter-allein-zu-haus/" target="_blank">&#8220;Was bleibt&#8221;</a> von Hans-Christian Schmid</p>
<p>&#8220;Gnade&#8221; von Matthias Glasner</p>
<p>… und (warum auch nicht) &#8220;En Kongelig Affære&#8221; von Nikolaj Arcel</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nachtrag - Urinbilanz des Tages schwach: Einmal Verrichtung der Notdurft im Wald.</p>
<p>Noch mehr Filme, Stars und Glitzer gibt’s im gro&szlig;en <a href="http://www.lvz-online.de/specials/specials_themen/berlinale/r-berlinale.html" target="_blank">Special auf LVZ-Online</a> und <a href="http://www.dnn-online.de/web/dnn/themen/details/-/specific/Berlinale-3480366265" target="_blank">hier</a>.</p>
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