Zukunft in den Zeiten des Wahlkampf

Morgen sollte im Stadtrat die Entscheidung fallen über Sebastian Hartmanns Verbleib im Amt des Leipziger Theater-Intendanten. Sein Vertrag läuft 2013 aus. Doch die Abstimmung ist vertagt. Im Rathaus will man die Ergebnisse der Münchner Kultur-Beratungsfirma Actori abwarten, die Ober- und Hochkultur-Bürgermeister Burkhard Jung mit der Prüfung der hiesigen Kulturszene beauftragt hat.
„Wir rechnen“, sagt Stadtsprecher Peter Krutsch, „bis November mit Ergebnissen. Vorher über Vertragsverlängerungen abzustimmen, würde keinen Sinn machen. Denn dann wäre es unmöglich, auf die Ergebnisse der Actori-Untersuchung noch zu reagieren.“ Das klingt so vernünftig, wie es ist. Und es ist vergleichsweise neu für Leipzigs Kulturpolitik, die in den letzten Jahren Entscheidungen gern unter Ausblendung möglicher Konsequenzen getroffen hat.

Nun steht also strukturell wieder alles auf dem Prüfstand, mit dem von Jung präzise formulierten Ziel, „die Budgets bis 2015 zu definieren – möglichst auf dem jetzigen Niveau von jährlich 72 Millionen Euro für Gewandhaus, Oper, Schauspiel und Theater der Jungen Welt.“ Für jene hochkulturellen Leuchttürme also, deren Betreuung sich der Oberbürgermeister nach der gescheiterten Abwahl des Kulturbürgermeisters Michael Faber selbst auf den schon ziemlich vollen Schreibtisch gezogen hat.

72 Millionen, das sind gut zwei Drittel des gesamten Leipziger Kultur-Etats, der mit einer Höhe von deutlich über 100 Millionen Euro eindrucksvoll ausfällt. 72 Millionen, damit müsste man auskommen können. Auch in Anbetracht steigender Kosten und um eine Million abgesenkter Zuschüsse aus dem sächsischen Kulturraumgesetz.

Das Theater der Jungen Welt fällt mit seinem Mini-Etat kaum ins Gewicht, Jung: „Da können und wollen wir nicht mehr ran. Da ist nichts mehr zu holen, die Schauspieler arbeiten jetzt schon unter selbstausbeuterischen Bedingungen.“

Im Gewandhaus läuft der Motor rund. Die Auslastung der Großen Concerte liegt jenseits der 90 Prozent, die Mahler-Festtage der letzten Spielzeit wurden zum international wahrgenommenen Sensationserfolg. Zwar fiel das Open-Air im Rosental dem Kulturraum-Rotstift zum Opfer. Aber darüber hinaus zeichnen sich größere Einschnitte nicht ab. Hier hat die Führung um Andreas Schulz ihre Aufgaben gemacht – und immer mit offenen Karten gespielt. Was nicht weiter verwundert: Gute Zahlen macht man gerne transparent. Die Crux der Entwicklung: Mehreinnahmen kann das Gewandhaus jenseits der Sponsoren-Akquise kaum noch generieren. Die Konzerte sind schon voll, Kartenpreise nur moderat zu erhöhen.

Diesbezüglich haben die großen Theater-Institute noch Luft. In der Oper lag die Auslastung in der vergangenen Saison unter 60 Prozent. Und obschon sich die Qualität eines Kulturbetriebs nicht nur an solchen Zahlen messen lässt, hat der neue Hausherr Ulf Schirmer, seit August Generalmusikdirektor und Intendant in Personalunion, die Zeichen der Zeit erkannt, geht mit großen Schritten und offenen Armen aufs Publikum zu. Auch hier gibt es mittlerweile detailliertes und belastbares Zahlenmaterial.

Damit tat Sebastian Hartmanns Centraltheater sich zunächst deutlich schwerer, was den Verdacht nährte, dass hier die Probleme kaschiert werden sollten. Mittlerweile ist klar, dass die Zahl der Besucher in der vergangenen Spielzeit deutlich gesunken ist: von knapp 85000 auf gut 74000, was beides für ein Haus dieser Größe ziemlich beschämend ist. Zum Vergleich: In Staatsschauspiel Dresden waren es gut doppelt so viele. Der Grund liegt für Hartmann klar auf der Hand, Leipzig sei „generell keine theaterbegeisterte Stadt“.

Wie auch immer – der Befund fällt, vor allem im großen Haus, meist recht eindeutig aus: Voll ist es nicht. Und auch das immer wieder gern ins Feld geführte Argument, Hartmanns neues Leipziger Theater habe zwar die alten Abonnenten in Scharen vertrieben, aber durch ein neues, junges Publikum ersetzt, hält der Überprüfung im Konkreten nicht immer Stand. Weder numerisch, noch ästhetisch.

Nun ist es mit der Ästhetik so eine Sache. Und wofür Hartmann steht, was es auf sich hat mit seinem inspirativen, assoziativen Theater, wie es die Freunde nennen, seinem spekulativen, mutwilligen, selbstherrlichen Theater, wie die anderen es schimpfen, das war von vornherein klar. Immerhin muss man ihm zugute halten, dass er zunehmend auch Raum gelassen hat für andere Handschriften.

Vor dieser komplizierten Gemengelage werden nun die Karten wieder völlig neu gemischt. Und so offen ist, welche Zahlen Actori demnächst präsentiert, so unsicher scheint die Zukunft des Intendanten Hartmann. Allerdings, da verhält es sich beim Schauspiel wie bei der Oper, wo es nach dem Rauswurf des Intendanten fünf lange Jahre des Interims gedauert hat, bis das Haus wieder eine vollständige Leitungsstruktur erhielt, wird es langsam eng.

Hartmanns Vertrag läuft bis zum 1. August 2013. Das sind keine zwei Jahre mehr, wenig Zeit, einen Neuen zu suchen, zu finden, einzuarbeiten. Überdies kommt ein Intendantenwechsel teuer, weil Vorbereitungszeiten zu bezahlen sind und traditionell ein neuer Hausherr die gesamte Mannschaft austauscht. Zumal, ähnlich wie über Jahre im Falle der Oper, im Rathaus niemand so recht zu wissen scheint, welches Theater für wen Leipzig denn haben sollte.

All diese Fragen müssen beantwortet werden – auch vor dem Hintergrund der Zahlen, die Actori hoffentlich bald liefert. Dass sie bestellt wurden, ist eine gute Entscheidung. Viel zu lange schon regierten in Leipzigs Kulturdebatten konkurrierende Bauchgefühle, Emotionen, Vorurteile. Allerdings: Um wirklich mit kühlem Kopf die richtige Entscheidung zu treffen, ist es nun beinahe schon wieder zu spät. Und so besteht die Gefahr, dass es in der selbst angesteuerten Sackgasse erneut keinen echten Gestaltungsspielraum gibt, sondern nur Reaktionsmuster.

Zumal zur Frage nach der Zukunft des Centraltheaters zunehmend auch die nach der Stadtspitze kommt. Denn 2013 steht die Neuwahl des Oberbürgermeisters an. Daher wird jetzt schon jede Entscheidung von einiger Bedeutung in den Wahlkampfstrudel hineingezogen. Im Falle Hartmanns stehen sich derzeit zwei Positionen unvereinbar gegenüber: Die Grünen wollen ihn halten, die Linken, die Jung durch die Teilentmachtung Fabers ohnehin gegen sich aufgebracht hat, wollen ihn loswerden, lieber gestern als morgen. Die CDU verhält sich noch indifferent, die FDP dito. Folgerichtig ist auch in der SPD kein klares Bild auszumachen. Also liegt es an Jung, der bis vor Kurzem aus seiner Absicht, Hartmann zu verlängern, keinen Hehl machte, aber zunehmend ins Grübeln zu kommen scheint.

Entscheidet er sich so oder so, wird er seine Fraktion im Stadtrat wohl auch so oder so hinter sich bringen. Aber da diese Entscheidung eher der Oberbürgermeister Jung im Interesse seiner Wiederwahl fällt als der Kulturbürgermeister Jung mit Blick auf Leipzigs kulturelle Zukunft, zeigt sich hier überdeutlich das Problem seiner selbst herbeigeführten Ämterhäufung.

Zweisitzer für alle

Die Allerwenigsten werden je erlebt haben, was den übergewichtigen Knollennäslern Dr. Klöbner und Müller-Lüdenscheid einst widerfuhr. Dass sie unverhofft gemeinsam in einer Hotelzimmer-Badewanne sitzen und sich über den Verbleib einer Gummi-Ente einigen müssen. Doch die besserwisserische Verbissenheit, mit der sie ihre Auseinandersetzung führen, sie ist uns bestens vertraut. Denn: Dr. Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheid sind überall. Sie umgeben uns. Sie lauern in uns. Und weil in dieser so irrwitzig absurden Szene „Zwei Herren im Bad“, weil in all den anderen Sketchen Loriots, ob sie nun von schiefen Bildern handeln oder von Teigwaren im Gesicht, von Klavieren oder Atomkraftwerken für die ganze Familie, von sprechenden Hunden oder pensionierten Lotto-Millionären, seien sie gezeichnet oder gespielt, aphoristisch oder abendfüllend, so viel Wahrheit steckt und Leben, ist Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow der Gigant unter den deutschen Humoristen des 20. Jahrhunderts.

Und darüber hinaus. Denn als Loriot ist er unsterblich geworden – woran der Tod nichts zu ändern vermag, der ihn in der Nacht zu gestern geholt hat, der Sensenmann, den der Zeichner, Texter, Autor, Schauspieler, Regisseur bei seinen tiefgründigen Scherzen vorsichtshalber außen vor gelassen hat. Denn „der Tod, auch der eigene, ist für mich eine ernste Sache“.

Das war ihm allerdings in dem guten halben Jahrhundert, das er nutzte, um den Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder das Lachen beizubringen, vor allem das heilsame über sich selbst, immer auch der Humor. Da blieb er zeitlebens ganz der preußische Offizier, von denen es in seiner uralten Familie so viele gab. Pflichtversessen und pedantisch, zielstrebig und korrekt, distanziert bis unnahbar. Und was für seine Filme gilt, galt meist auch für die Arbeit daran – Loriot: „Es wird in keinem meiner Filme irgendwo gelacht, nirgendwo. Lachen sollen die Zuschauer.“ Wovon seine Weggefährten ein Lied singen konnten, die unvergessene Evelyn Hamann oder der Schauspieler Heinz Meier, der dem Lotto-Millionär Erwin Lindemann einst den Dackelblick lieh.

Das tat er in einem jener Sketche, die ab 1976 in loser Folge über die Mattscheibe flimmerten – sechs Folgen lang. Ja, genau, sechs Folgen nur. Mehr waren es nicht. Aber da nichts darin zufällig blieb oder oberflächlich oder zeitgeistelnd, sind diese Sketche beinahe vollständig ins kollektive Bewusstsein eingedrungen. In der alten Bundesrepublik und in der DDR, was der Umstand zeigt, dass “Ödipussi“, Loriots erster Kinofilm 1988 zeitgleich im Osten und im Westen des noch geteilten Berlin uraufgeführt wurde.

Loriot, das war der deutsche Humorist, der vielleicht wirkungsmächtigste Analytiker jenes deutschen Wesens, an dem die Welt nicht genesen kann, weil von ihm die Deutschen selbst kuriert werden müssen. Noch immer. Und eines der vielen Geheimnisse seines Erfolgs ist die weltanschauliche und historische Neutralität seiner Figuren. Die berühmten Knollennasenmännchen etwa, sie tragen meist, sitzen sie nicht gerade gemeinsam in der Wanne, Stresemänner, schwarze Gehröcke mit langen Schößen über gestreiften Hosen und unter Melonen, die Repräsentations-Garderobe mithin der Weimarer Republik. Mit diesem Anachronismus schlug von Bülow den Bogen über die 1000 braunen Jahre hinweg in eine Zeit, die zumindest im Wirtschaftswunder-Westdeutschland vielen noch immer als die gute alte galt. Und die doch den Keim des Verderbens in sich trug. Als er sie Anfang der 50er ersann, waren sie also schon ziemlich aus der Zeit gefallen, die Knollennasen, und vielleicht sind sie gerade darum noch immer so lebendig.

Loriot hat sie alle bekommen. Die Väter-Generation, die zum Lachen noch gewohnheitsmäßig in den Keller ging, und selbst da oft nur ein Knurren hervorbrachte, die Revoluzzer nach 1968, die Karrieristen der 80er, die Generation Golf, und auch wer sich im Angesicht eines Mario Barth die Schenkel ramponiert, wird sich bisweilen dem feinen Hintersinn, dem Esprit, dem Niveau, der Wahrhaftigkeit Loriots nicht entziehen können. Denn sein Plüsch-Zweisitzer, er taugt als Psychiater-Couch für alle und für jeden.

Und doch ist er ins Abseits geraten. Gewiss: Kein halbwegs runder Geburtstag ohne klangvolle Grußadressen aus Kultur, Gesellschaft, Politik, ohne opulente Fernsehgala. Aber da blieb immer der ein wenig fade Beigeschmack, man huldige einem aus der guten alten Fernsehzeit. Und so war es wohl auch. Denn das Fernsehen, das Medium, in dem der universell begabte Loriot seine vielen Talente am besten zusammenbringen und ausspielen konnte, hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten tatsächlich erheblich verändert. Folgerichtig sagte er der Mattscheibe 2006 Ade – weil sich die Schnelllebigkeit des Mediums nicht mehr mit seinem eigenen Anspruch an Qualität und Tiefe vereinbaren ließ. Schließlich zog er sich in den letzten Jahren beinahe völlig aus der Öffentlichkeit zurück und verbrachte sein Leben im Kreis der Familie am Starnberger See.

Nun ist er tot, und erneut überschlagen sich die Repräsentanten der Republik, die er wie kein Zweiter zu repräsentieren verstand, mit wohlfeilen Superlativen. Vom „Universal-“ ist da wieder die Rede, vom „Jahrhundertgenie“ gar, was Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, der Gigant, dem jedes Pathos fremd war, wohl befremdlich gefunden hätte. Oder typisch. Denn in Deutschland wachsen gewohnheitsmäßig im Tod selbst die Größten noch einmal über sich hinaus. Schade, dass er der Nachrufkultur keinen Sketch gewidmet hat. Doch der Tod war ihm halt zu ernst, auch der eigene.

Strauß, breit

Längst redet niemand mehr von der Boom-Town. Der Slogan „Leipzig kommt“ ist, seit niemand mehr die Fragen nach dem Wann und dem Wohin beantworten konnte, der „Leipziger Freiheit“ gewichen, die sich kleinlichen Konkretisierungswünschen kunstvoll verschließt. Die allgemeine Aufbruchsstimmung der frühen Jahre ist bleierner Larmoyanz gewichen, und die Visionen haben die Richtung geändert: Wer früher schon die Wolkenkratzer vor sich sah, die in Plagwitz in den Himmel wachsen sollten, beweist heute unerschütterlichen Optimismus mit der Hoffnung, dass sich die Schlaglöcher nicht noch näher an den Erdmittelpunkt heranfressen.

In solchen Zeiten ist es schön, wenn doch eine Saat aufgeht, wenn Leipzig Zeichen setzt, Erfolgsmodelle von der Pleiße nach chinesischem Rezept via Kopie den Ritterschlag erhalten. Und wenn dann die Kulturstadt auch noch mit der Oper zum Vorbild wird, kann die Lage gar so düster doch nicht sein.

Die Oper? Ein Erfolgsmodell? Ja doch! Vor vier Jahren stellte die Stadt dem Intendanten Henri Maier den Stuhl vor die Tür, und in der Folge formulierte der Oberbürgermeister seine berühmt gewordene Zielmarke für das Haus: Eine Regionaloper müsse sie werden, aber auf so hohem Niveau, dass sie überregional ausstrahlt. Und das ist von so berückender Inhaltsleere, dass Kay Kuntze, kommender Generalintendant der Theater in Altenburg und Gera, es nun frank und frei nachplappert: Theater für die Region, aber mit überregionalem Anspruch verspricht er vollmundig. Er weiß, da ist er weiter als Leipzig, sogar schon, wie er das macht: Mit neuen Stoffen und mit alten, mit experimentellen Regie-Handschriften und mit konventionellen. Kurzum: „Wir brauchen einen breiten Strauß an Stücken und Erzählweisen.“
Da zeigt sich der Rhetoriker von seiner virtuosen Seite. Ein Strauß soll es sein, keine Palette. Breit soll er sein, der Strauß, nicht dick. Und wenn man ihn dann um 90 Grad dreht, den Strauß, kann es sein, dass er mit einem Male ganz schön flach aussieht. Wie in Leipzig.

Schöner hageln

Griechenland, das wir in den Tagen des kollabierenden Eurosgern unterschlagen,  ist ein Traum. Ein Urlaubstraum beispielsweise. Weil der Altsprachler an den Stätten der Ahnen bei schönem Wetter sehen kann, wo Zeus, was Hera arg missfiel, einst in Wallung geriet. Weil er sich einbilden kann, seine Abiturienten nähmen die Abschlussfahrt als Bildungsreise. Weil die Fischplatte Poseidon so groß ist und der Wein so süffig. Oder schmerzhaft. Das ist eine Frage des Betrachterstand- und Zeitpunktes. Und natürlich: Weil das Land der 1000 Inseln über mindestens ebenso viele Strände verfügt.
Darum war es nur logisch, dass Strand-hagel-, englisch Beachvolleyball, seit 2004, da kehrte Olympia heim nach Olympia, wieder olympisch ist. Wer will schon in die Halle, wenn draußen die Sonne scheint. Der Altsprachler will es nicht, der Leistungskürsler ohnehin nicht, der Athlet hält auch große Stücke auf seine Bräune, das Publikum sowieso. Also los zum Strand, Netz in den Boden gerammt, losgehagelt. Doch halt – am Gestade sind keine Wertungsspiele, nirgends. Längst ist Beach- zum Sandboxvolleyball geworden, derzeit wieder in aller Herrlcihkeit auf dem Augustusplatz zu begutachten.
Eigentlich kann ein Sport absurder nicht sein. Wir erinnern uns: Früher, da haben die Jungen und Braunen und Schönen am Strand ein wenig Ball gespielt, wenn ihnen das Braten zu langweilig wurde. Dann haben sie es gegeneinander getan, schließlich blieben die Leute stehen und haben zugeschaut. Aber es war doch eigentlich immer Volleyball, was da gespielt wurde. Oder? Nun gut. Es gibt auch Hallenfußball. Aber der wird immerhin in der Halle gespielt. Wenn aber Strandhagelball nicht mehr am Strand gespielt wird, was bleibt dann?
Eines bestimmt: oft schöne Körper in meist knappen Leibchen. Das ist für die Zuschauer so erfreulich wie einst die Nymphe für Zeus. Was den Zuschauer freut, freut auch die werbetreibende Wirtschaft. Und weil die für den Sport an und für sich wichtig ist, haben alle was davon. Schön – aber inkonsequent. Wann endlich wird Sonnenbaden olympisch? Und kommt dann mit angemesserner Verzögerung auf den Augustusplatz? kfm

Der Diener geht und schweigt

Die Verbitterung kann und mag er nicht verhehlen, und für ein Abschieds-Interview steht Alexander von Maravic nicht mehr zur Verfügung. „Ich habe“, bescheidet er knapp, „keine Lust, schmutzige Wäsche zu waschen.“ Das spricht für menschliche Größe. Denn der vor seiner Ankunft als Geschäftsführender Direktor der Oper Leipzig Ende 2005 überregional überaus erfolgreiche Sprechtheater-Verwaltungsmann hat gewiss noch einige Rechnungen offen. Und seine noble Verschwiegenheit ist schade. Denn manches ist für die Öffentlichkeit noch immer ungeklärt an den unappetitlichen bis absurden Vorgängen an der Führungsfront, die seit mittlerweile vier Jahren das Bild von der Oper Leipzig weitaus stärker prägen als die künstlerische Arbeit.
Als von Maravic am 1. November 2005 sein erstes Leipziger Amt antrat, schien die Welt noch in Ordnung: Henri Maier (seit 2001 Intendant) hatte zwar im überregionalen Feuilleton keinen Erfolg, die Oper aber wieder zu den Leipzigern gebracht. Die Auslastung entwickelte sich erfreulich, die Zahl der Abonnenten hatte er von knapp 2000 am Ende der Ära Udo Zimmermann wieder auf knapp 10000 steigern können. Dazu hatte Riccardo Chailly gerade mit dem Amt des Gewandhauskapellmeisters auch das des Generalmusikdirektors an der Oper angetreten, das Haus also erstmals seit 1999 wieder einen musikalischen Oberleiter.
Nun gut: Es fehlte vorn wie hinten am Geld fürs komplizierte Haus mit großem Ballett und der MuKo für die leichte Muse. Aber das war auch damals schon eigentlich überall so. Einer gedeihlichen Arbeit fürs Leipziger Musiktheater stand also nichts im Wege. Zumal von Maravic und Maier fachlich wie persönlich so gut miteinander zu können schienen, dass sie schon mit Beginn der Spielzeit 2006/2007 gleichberechtigt als Doppelspitze firmierten.
Doch dann versetzte die Stadtspitze das Führungs-Karussell in rasante Drehung. Und bis heute ist es nicht zum Stillstand gekommen: Im Juni 2007 beurlaubt die Stadt Maier, weil der mit Chailly nicht mehr konnte. Von Maravic wird kommissarischer Intendant. Als solcher soll er die Geschäfte führen, bis eine hochkarätig besetzte Findungskommission einen Maier-Nachfolger beruft, was bis spätestens 2008 geschehen soll. Doch die Kommission nimmt ihre Arbeit gar nicht erst ernsthaft auf. Stattdessen landet die Oper im März 2008 den vermeintlichen Coup, den 63-jährigen Peter Konwitschny als Chefregisseur ans Haus zu holen, für sechs Jahre, bis 2014 also und (gewiss nur zufällig) bis zum Rentenalter von Maravics, der Intendant werden soll, eine Aufgabe, die Konwitschny abgelehnt hat.
Doch es sollte anders kommen: Die Personalie Konwitschny haben Oper und Stadtspitze an Stadtrat und Chailly vorbeigeschaukelt. Weswegen der im Juni 2008 die Brocken schmeißt. Dann blockiert die CDU im Stadtrat die Abfindung Henri Maiers, die die Voraussetzung für von Maravics Ernennung zum Intendanten ist, und so bleibt der bis zuletzt, bis heute, interimistisch im Amt. Nun kommt nach der Sommerpause Schirmer, von Maravics Abgang wird durch einen Beratervertrag ein wenig abgefedert, der noch ein Jahr lang läuft. Dass all dies von der Stadtspitze nicht vernünftig kommuniziert wird, Entscheidungen gern an Betroffenen vorbei getroffenen werden, versteht sich in Leipzig beinahe von selbst.
Bei alledem hat von Maravic stillgehalten, ist loyal geblieben, hat nur im sehr privaten Kreis ahnen lassen, wie sehr er gelitten hat unter seiner Funktion des Stoßdämpfers für beide Seiten. Denn für die Stadt war natürlich immer er, der zwar kommissarische, aber doch Intendant, der Verantwortliche, wenn etwas nicht lief in der Oper Leipzig. Und hinter diese komfortable Einschätzung zog auch Konwitschny sich geschmeidig zurück, als sich abzuzeichnen begann, dass es mit dem künstlerischen Neustart, der Rückkehr in die Musiktheater-Bundesliga einstweilen nichts werden würde. Weil das überregionale Feuilleton, für dessen Ausbleiben Maier gefeuert worden war, auch auf die zahllosen Wiederaufnahmen guter bis exzellenter, aber alter Produktionen mit wenig Interesse reagierte. Auch Konwitschnys Neuinszenierungen, der „sensationelle Leipziger Gluck-Ring“, trafen auf wenig Gegenliebe, und den meisten der Gast-Regisseure ging es kaum anders. Und so ist der Erfolg beim Feuilleton nicht wiedergekehrt – und das Publikum hat sich so vollständig von dieser Oper verabschiedet, dass sich selbst die Auslastungszahlen der späten Zimmermann-Jahre dagegen wie die einer Volkstheater-Bühne ausnehmen.

Das alles ist von Maravic indes nur bedingt anzulasten. Sein Selbstverständnis ist nicht das eines Chefs. Er sieht sich als Diener des Theaters und des Hauses. Und als solcher hat er bis zuletzt gute Arbeit geleistet. Er hat die personellen Fehlstellen besetzt, Mario Schröder als Ballettchef geholt und Ulf Schirmer als GMD. Er hat es ermöglicht, dass die umfangreiche Renovierung des Hauses störungsfrei und termingerecht durchgezogen wurde, hat über Personalabbau und Umstrukturierungsmaßnahmen Millionen-Einsparungen möglich gemacht – die allerdings allesamt postwendend wieder aufgefressen wurden von den Kostensteigerungen an allen Fronten. Er hat Operndirektorin Franziska Severin den Rücken freigehalten für ihre Arbeit am Ensemble des Hauses, hat Konwitschny bei seiner umfassenden Selbstverwirklichung unterstützt, hat moderiert, verhandelt, beschwichtigt.
Und wahrscheinlich liegen genau da seine Versäumnisse. Manche Fehlentwicklung sah er wohl kommen. Aber im Dienste des Theaters mochte er nicht mit der Faust auf den Tisch schlagen, klare Grenzen ziehen, eigene Visionen entwickeln. Weil aber auch dies Aufgabe eines Intendanten ist, trägt er Verantwortung für die prekäre Situation, in der die Oper Leipzig sich derzeit befindet.
Ob sie sich nun verbessert, wird sich zeigen. Ulf Schirmer übernimmt ein schwieriges Erbe. Einerseits ist es gut, dass durch seine Personalunion als Intendant und Chefdirigent die musikalische Seite der Musiktheater-Medaille wieder öfter oben liegen könnte, das weltberühmte Gewandhausorchester auf dieser Seite des Augustusplatzes nicht als Fußnote wahrgenommen wird, sondern als maßgebliche Stütze. Andererseits muss sich erst noch erweisen, ob Schirmers GMD-Job ihm genug Zeit lässt für die dringend notwendige inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung des Hauses.
An der Oper Leipzig wurde zuletzt fleißig umgeflaggt, abhängig davon, ob gerade der kommende Intendant an Bord ist oder der kommissarische, wird mit erheblichem Aufwand das neue Erscheinungsbild der Oper gepflegt oder das alte. Das ist kein gutes Zeichen. Denn die Farbenlehre der Corporate Identity ist wirklich das kleinste Problem eines Opernhauses, das angesichts fehlender Akzeptanz am Abgrund steht.

VorleserInnen

Kinderbücher sind gefragt, vor allem von Mamis, barmt Ulrich Störiko-Blume. Das hat Folgen für die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen, der er vorsteht: Der Marktanteil des einschlägigen Buchmarkt-Segments könnte nämlich weit höher sein als die aktuellen gut 15 Prozent, wären Kinderbücher auch bei Papas gefragt. Knapp doppelt so hoch nämlich.

Klingt logisch, ist es aber nur zum Teil. Was auch für die zweite Kernthese gilt, die Ulrich Störiko-Blumeder hinreichend betroffenen Öffentlichkeit entgegenschmettert: Die Väter lesen nicht vor. Jedenfalls nur zu einem runden Fünftel. Da passt folgendes Bonmot prima ins Bild: Danach befragt, wie wichtig Vorlesen für Kinder sei, antwortet ein Vater: Sehr wichtig. Ich sage meiner Frau auch immer, sie soll mehr vorlesen. Da haben wir den Salat: Gefangen im Rollenkorsett lesen Väter vor und Mütter nicht. In der Folge lesen Mädchen, und Jungen lesen nicht. Was sich über die Generationen fortschreibt und perspektivisch zu belesenen Sies und analphabetisierten Ers führt.

Aber so einfach ist die Welt nicht: Erstens können Väter durchaus Kinderbücher vorlesen, die Mütter gekauft haben. Und zweitens bedeutet die Erkenntnis, dass nur jeder fünfte Vater Kinderbücher vorliest, nicht zwangsläufig, dass die anderen 80 Prozent nicht vorlesen. Vielleicht nehmen sie ihre Kinder nur ernster, lesen nicht Lindgren vor, sondern Hawking. Vielleicht aber verbinden sie auch Lesen und Leben und verlesen die Aufbauanleitung, derweil die Folgegeneration das Ikea-Regal zusammensteckt. Das hilft zwar der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen nicht auf. Kann aber auch sehr wertvoll sein für alle Beteiligten.

Unmöglich …

Manchmal ist Scheitern Teil des Konzepts. Wenn Schumann etwa in einer Klaviersonate als Tempobezeichnung „So schnell als möglich“ angibt, und einige Seiten später „noch schneller“ fordert, wird Unmöglichkeit zur ästhetische Kategorie. Ähnlich muss man wohl die künstlerische Lebensaufgabe Jason Polans auffassen, der nach einschlägigen Vorstudien, für die er jedes einzelne Popcorn einer sehr großen Tüte zeichnete, nun daran gegangen ist, die New Yorker zu porträtieren. Alle acht Millionen.

Ein große Aufgabe, auch im Angesicht der Tatsache, dass Polans ein sehr  schneller Zeichner ist: eine Minute braucht er pro Bild. Macht 8000000 Minuten oder 133333 Stunden oder 5555 Tage oder gut 15 Jahre. Netto versteht sich, da hat er noch keinen Happen gegessen, keine Minute geschlafen und ist erstens allen New Yorkern begegnet und zweitens keinem doppelt. Denn Polans lauert den Mitmenschen, die er heimlich zeichnet, nach dem Zufallsprinzip auf. Mal im Central Park, mal im Rockefeller Center, mal in der Bronx, mal vor der Met. Insofern dürfte er richtig liegen, wenn er sagt: „Ich werde scheitern, ich werde wohl nicht alle zeichnen können.“

Und warum tut er sich das dann an? Eine Frage, die man einem deutschen Kollegen besser nicht stellen sollte. Weil der dann das Universum bemühen würde, das Seiende, das im Werdenden sich manifestiere, sei die Verantwortung des zu verortenden Einzelnen vor dem transitorischen Total, Nietzsche, Schopenhauer, Hegel, Adorno, Freud… Ganz nach Gusto, aber in jedem Falle so ausführlich, dass in der darüber verstreichenden Zeit viele Hundert Gesichter ungezeichnet blieben. Aber Polan, der immerhin bereits 14000 New Yorker im Kasten hat (nachzuprüfen unter www.everypersoninnewyork.blogspot.com.), ist Amerikaner, da fällt seine Antwort ganz knapp aus: „Der Versuch macht mir Spaß“. Nicht der schlechteste Antrieb.

Keipenkultur

Die Oper stecke in der Sackgasse, unken die einen. Längst sei sie tot, befinden andere. Pierre Boulez wollte sie, weil er dies zu seinem Leidwesen seinerzeit nicht feststellen konnte, allesamt in die Luft jagen. Nicht wenige wiederum finden sie ihrerseits dann am lebendigsten, wenn sie aussieht wie früher – wenn sie schon nicht mehr so klingt, weil natürlich auch der Operngesang in der Krise stecke. Aber das ist eine andere Geschichte.

Einig jedenfalls sind sich alle: Oper ist teuer. Ziemlich teuer sagen die einen, zu teuer die anderen. Aber muss das so sein? Ja doch, sagen die, die es wollen wie früher, unisono mit denen, die lieber alles ganz anders haben wollen (die besonders, weil ihnen überdies die Einnahmen fehlen). Und Boulez ist sowieso teuer, auch wenn er nicht in der Oper dirigiert.

Aber sie alle irren. Der Olivier Award 2011 in der Kategorie „Beste Operninszenierung“ zeigt es überdeutlich: Er geht an das Ensemble OperaUpClose für seine Sicht auf Giacomo Puccinis La Bohème, das sich damit gegen Konkurrenten wie Covent Gaden und Wiener Staatsoper durchsetzte. Was erstaunlich ist. Denn OperaUpClose residiert und musiziert und dramatisiert in einer Kneipe in der Londoner Cock Tavern. Darin lässt Regisseur Robin Northin-Hale seinen Rodolfo ganz zeitgemäß am Laptop dichten. Derlei machen deutsche Regietheater-Adepten auch, und da sind oft auch nicht mehr als 35 Zuschauer im Saal. Mit denen jedoch ist die Londoner Pub-Oper ausverkauft. Die Oper Leipzig hat dieses Zeichen der Zeit längst erkannt und im Zuge ihrer letzten Sanierung deutlich über 100 Sessel rausgeräumt. Ein Anfang.

Häuschen

Manche Dinge sieht der Südländer grundsätzlich enspannter. Herrscht beispielsweise wo Unordnung, nennt dies der Italiener „un casino“. Was auf den ersten Blick so viel heißt wie „ein Häuschen“ und auf den zweiten die Verkleinerung nicht aufs Haus bezieht, sondern auf die darin herrschende Moral. Was das Häuschen zum Puff macht und die Gegensätze der Befindlichkeiten diesseits und jenseits der Alpen auf den Punkt bringt. Auf unserer Seite der Berge jedenfalls würde es zumindest originell sein, schaute die korrekt ondulierte Bürgermutter ins verhalten unaufgeräumte Kinderzimmer und konstatierte dabei: „Wasndasfürnpuffhier?“.

Diese Unterschiede muss sich bewusst machen, wer vorschnell zu Urteilen über die aktuelle politische Situation in Italien gelangt. Denn so schwer vorstellbar es ist, dass Angela Merkel während der Sendung bei Anne Will anruft, wortreich und saftig die Gäste beschimpft und schließlich, live und auf Sendung versteht sich, ganz grundsätzlich mitteilt, was sie von diesem „Fernseh-Bordell“ halte, hat Silvio Berlusconi genau dies getan.

Was noch einen Unterschied benennen hilft. Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Bundeskanzlerin zu einschlägigen Erfahrungen mit Häuschen gelangt ist, ist ungleich kleiner als die, dass Silvio Berlusconi über entsprechende praktische Expertise verfügt. Wenngleich der beharrlich behauptet, die wüsten Orgien mit sehr zahlreichen und sehr, sehr jungen Häuschen-Beschäftigten (was die Staatsanwaltschaft und endlich auch die Gerichte derzeit brennend interessiert), die er in seiner Villa in der Nähe von Mailand gegeben haben soll, seien keine solchen gewesen, sondern nur „feine Abendessen mit etwas Unterhaltung“. Karaoke zum Beispiel, sagt Berlusconi.

Und spätestens hier treten sie ganz offen zu Tage, die kulturellen Unterschiede zwischen Italien und Deutschland. Denn wir können (und wollen) uns die Bundeskanzlerin nicht einmal beim Karaoke vorstellen.

Kurz und bündig

„Natürlich“, sagt Gerd Antos, Professor für Germanistische Linguistik an der Martin-Luther-Universität in Halle, überdies Verständlichkeitsforscher und Leiter eines vom Justizministerin des Landes Sachsen-Anhalt initiierten und finanzierten wissenschaftlichen Projektes zur gemeinsam mit Studenten vorgenommenen Überarbeitung und Umformulierung der zum Teil höchst kompliziert formulierten 45 Paragraphen des Sachsen-Anhaltischen Nachbarschaftsgesetzes, mit dem Ziel, über leichtere Verständlichkeit der Sprache des Gesetzestextes die Gerichte zu entlasten, auch Streitigkeiten im Vorfeld bereits zu vermeiden und um – so formuliert es Angela Kolb, Justizministerin des Landes Sachsen-Anhalt – „auch im Interesse einer stärker gelebten Demokratie den Bürgern“ zu zeigen, „dass wir ihre Sorgen ernst nehmen und dass wir uns eben auch, was die Sprache betrifft, auf die Ebene des Bürgers begeben und nicht ganz abstrakt in einer Sprache reden, die nicht mehr verstanden wird“, was vielleicht perspektivisch, wenn über das nun in seiner umformulierten Fassung vorgestellte Nachbarschaftsgesetz hinaus auch andere Gesetzestexte überarbeitet sein werden – Sachsen-Anhalts Vereinsgesetz steht als nächstes auf der universitären Agenda im Dienste einer leichter verständlichen Gesetzessprache – wieder für mehr gefühlte Nähe zwischen den Menschen, die sich längst von den Gesetzgebern und ihren Texten, die zum Teil nur noch von Fachleuten, den Juristen, zu verstehen und zu handhaben sind, abgewandt haben, und dem Staat, der diese Gesetze doch eigentlich für sie, die Bürger, macht, steht, habe er „immer wieder zu komplizierte und auch zu lange Sätze“ in dem ursprünglichen Gesetzestext gefunden, was deren Verständnis erheblich erschwere. Könnte sein.

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