Wasserflöhe gegen Stechmücken: 1:0

Perfektes Mückenwetter derzeit: Es ist warm und der starke Regen lässt die herrlichsten Brutstätten entstehen. Alte, abgestandene Tümpel oder große Seen sind für die Mücken nämlich gar nicht so angenehm. Hier gibt es viele Feinde, die die Mückenlarven auffressen. Aber eine große, frische Pfütze oder eine Hochwasserwiese, das sind perfekte Mückenreservate. Davon können zum Beispiel all die Leute ein Lied singen, die im vergangenen Jahr durch Überschwemmungen näher am Wasser wohnten als ihnen lieb war.

Am Umweltforschungszentrum in Leipzig (UFZ) hat man eine simple Lösung gefunden, wie man in solchen Gebieten den Mücken Herr werden kann. Der Trick ist, die neuen Wasserflächen künstlich altern zu lassen. Dafür werden Wasserflöhe eingesetzt. In älteren Gewässern sind die sowieso schon vorhanden und die größten Feinde der Stechmücken. So machen sie dann aus dem frischen Gewässer ein Biotop und fressen dort mit Vorliebe Mückenlarven. Die Folge: Weniger Mücken können schlüpfen und die Mückenplage hält sich noch in Grenzen. Die Methode hat sich laut UFZ bereits in mehreren Versuchen bewährt. Sie hat für die Wasserflöhe nur ein trauriges Ende: Wenn die neuen Wasserflächen wieder vertrocknen, sterben zwangsläufig auch die nützlichen Mückenfresser.

Die Schlacht im Tollensetal

Meine Vorfahren väterlicherseits kommen aus der Region um Neubrandenburg. Tief in Mecklenburg-Vorpommern liegt das und los ist da nicht viel. Es gibt eine kleine, niedliche Innenstadt mit vier Toren und leidigen DDR-Architektureinsprengseln, es gibt einen See, dessen Namensgeber das Flüsschen Tollense ist und dieses wiederum ist derzeit Schauplatz einer kleinen Sensation.

Im Tollensetal haben Archäologen die Überbleibsel einer bronzezeitlichen Schlacht entdeckt. Der Fund ist bislang einzigartig in Mitteleuropa. 1996 fand ein Anwohner den ersten großen Knochen in dem Gebiet. Mittlerweile weiß man, dass auf engstem Raum die Überreste von mehreren hundert Menschen liegen. Und die baseballschlägerartigen Waffen daneben lassen den Schluss nahe, dass sie alle in einer großen Schlacht gefallen sind. Zudem war die Bevölkerungsdichte damals so gering, dass eine derartige Ballung von Menschen auf einem Fleck ein enormes Ereignis gewesen sein muss.

Die wissenschaftliche Altersbestimmung hat ergeben, dass die Knochen aus dem 2. Jahrhundert vor Christus stammen. Vermutlich sind die Überreste nur deshalb so gut erhalten, weil die Leichen in eine strömungsarme Zone des Flusses getrieben und bald von einer Torfschicht konserviert wurden.

Worum die Bronzezeit-Menschen im Tollensetal kämpften, das weiß man bislang nicht. Die Untersuchungen, an der unter anderem die Universität Greifswald beteiligt ist, gehen weiter. Wer weiß, vielleicht finden die Archäologen dort im Tollensetal auch einige meiner ältesten Vorfahren…

Übrigens habe ich gestern auf radioeins ein Interview mit dem Archäologen Detlef Jantzen zu den Funden gehört. Wenn ihr also ähnlich überrascht seid wie ich von dieser archäologischen Sensation, dann solltet ihr mal reinhören.

Sommerloch, das

Liebe Freunde des Wissensblogs,

es ist ja nicht zu übersehen, dieses Sommerloch hier. Wie jedes echte Sommerloch ist auch dieses hier groß gefüttert worden durch Sonne, Urlaub und das Bedürfnis, lieber draußen zu sein als drinnen vor dem Computer den blassen Teint zu feiern.

Dabei ist das Sommerloch an sich viel interessanter als man annehmen darf: In der Weinbergstraße 13 zum Beispiel verbirgt sich im Sommerloch ein barockes Fachwerkhaus mit Krüppelwalmdach. Was das genau ist, das möchte ich mir gern mal selbst anschauen, wenn ich mal in der Gegend bin. Sommerloch ist nämlich ein tatsächlich existierender Ort, in der schönen Pfalz gelegen, gleich bei Rüdesheim.

Ansonsten ist das Sommerloch natürlich ein unergründlicher Pfuhl skurriler Geschichten. Immer dann, wenn alle im Urlaub sind, keine Sportvereine mehr gegeneinander antreten (nicht mal der SV Sommerloch) und jeder zu faul ist, über wichtige Dinge zu reden, dann kommen endlich mal die zu Wort, die sonst überhört werden. Da kann man dann gern mal ein Verbot für Facebook-Partys und andere Obskuritäten fordern, auch Urlaubsskandälchen und Tiere jedweder Art (vorzugsweise entlaufen, gefährlich, niedlich oder mysteriös) werden gern publiziert. Der Focus hat eine schöne Fotostrecke dazu gebaut. Bislang fehlt in diesem Jahr noch ein richtiges Sommerlochthema, finde ich, aber: es ist noch lange Zeit bis zum Sommerende.

Ich gelobe, das Sommerloch bereits vorher zu beenden und demnächst wieder über mehr als über nichts oder Sommerlöcher zu bloggen. Bis dahin.

Der Stress und das graue Haar

Neulich saß ich einer Freundin gegenüber, die die 30 schon ein paar Jahre überschritten hat. Jede Woche sehe ich sie, mindestens einmal in der Woche, und plötzlich war was anders. Nicht, dass sich der Bauch ob einer Schwangerschaft wölben oder den Finger ein Verlobungsring zieren würde. Viel subtiler. Links ihres Scheitels war auf einmal, fast perfekt unter viel Braun und goldigen Strähnchen verdeckt, ein graues Haar. Gleichzeitig mit einem nervtötendes Lied der Band “Pur” schoss mir der Gedanke durch den Kopf: Gut, hat viel zu tun auf Arbeit, kaum Freizeit, viel um die Ohren, das muss der Stress sein, schließlich sagt man ja, dass man vom Stress graue Haare bekommt.

Und ich hätte das fast für immer so geglaubt, hätte nicht eine aufmerksame Blogleserin eine Frage eingeschickt, nämlich die, ob es stimmen kann, dass man vom Stress graue Haare bekommt.

Auch, wenn es eine gute Ausrede wäre: Einen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt es nicht. Grau werden die Haare, wenn bestimmte Zellen, die für die Haarfärbung verantwortlich sind, zurückgebildet werden. Melanozyten heißen die. Die produzieren über die Jahre immer weniger Melanin, das die Haare färbt, und so werden die Haare allmählich grau. Es gibt auch die Fälle, bei denen die Haare quasi über Nacht ergrauen. Das passiert sehr selten und kann mit dem Stress zusammenhängen, aber nur folgendermaßen: Der arme gestresste Mensch bekommt Haarausfall und blöderweise fallen dabei hauptsächlich die melaninhaltigen, heißt: farbigen Haare aus. Die grauen werden dadurch einfach besser sichtbar. Aber mehr sind sie deshalb nicht geworden.

In ganz seltenen Fällen können auch Krankheiten wie Eisen- und Vitaminmangel dazu führen, dass die Haare schneller grau werden. Darüber hinaus sind keine anderen Faktoren bekannt, die das Ergrauen beschleunigen. Ob und wann die Haare grau werden, das ist wohl vor allem genetisch bedingt. Da möchte ich jetzt schon in die Hände klatschen oder Haarfarbe auf Vorrat kaufen: Mein Vater war mit 40 komplett ergraut und meine Mutter hat mit Ende 30 begonnen, dem Ergrauen entgegenzuwirken. Drück mir die Daumen, dass dieses Gen meine Generation überspringt.

Grillanzünden für Profis

Willkommen im Herzen der Grillsaison! Bis heute habt ihr euch vermutlich mit Grillanzündern und Papptellerchen, umfunktioniert zu Luftzufächerungsgeräten, abgemüht, bis der Grill endlich Feuer fing und der Bratwurst als ordnungsgemäße Heizunterlage dienen konnte. Liebe Freunde der unkonventionellen Grillanzünderei, es kann so viel einfacher sein und so viel lustiger. Die Grillmeister in meiner Umgebung haben folgenden Trick schon mehrfach ausprobiert und für gut befunden, so dass ich euch nun auch einweihen möchte. Holt euch schon mal eine Glasflasche und alte Zeitung aus der Papiertonne – es geht los:

httpv://www.youtube.com/watch?v=kL-0o7aDRgo

Super. Vorteil: Es schmeckt so gar nicht nach Grillanzünder, das Essen, und es riecht, wie es riechen muss: Nach Holzkohlerauch und bei Bedarf nach ein bisschen Bier, wenn man es zum Ablöschen drübergießt. Übrigens kann man als Schmankerl noch ein paar Eierpappenschnipsel unter die Holzkohle mischen, dann geht der Grill wirklich ab wie Schmidts Katze.

Dann wünsche ich viel Freude beim Ausprobieren und Erlebnisse kommentieren. Nur eines will ich da nicht lesen: das Wort “Elektrogrill”. Das würde meine Thüringer Seele verletzten. Als Thüringer muss und will man Elektrogrills hassen. Und im Park wird’s mit den Dingern eh schwierig. Das versteht ihr doch bitte.

Vom Kampf gegen die Ameisen.

Der Balkon war im Winter dankbarer Anlaufpunkt für Vögel, wie ihr euch erinnert. Jetzt, begrünt und entvogelhaust, hat sich die Fauna geändert. Statt Amseln und Meisen sind jetzt Ameisen meine ständigen Gäste. Glücklicherweise haben sie noch nicht den Weg nach drinnen gefunden, ich habe sie aber auch nicht eingeladen, herein zu kommen. Allerdings scheint mein Rosmarinstock ihre Wohn- und Brutstätte zu sein und das behagt mir nicht. Wie ich las, wird im Juli die Königin begattet. Da ich wenig Lust auf eine explosionsartige Vermehrung im Terrakottatopf habe, würde ich schon ganz gern vorher den gesamten Hofstaat umsiedeln respektive – und da bin ich durchaus radikal – die Hoheiten und ihre Untertanen in einem konspirativen Meuchelmordattentat verschwinden lassen.

Vorher habe ich es bereits auf die sanfte Tour versucht. Zimt, so sagt das schlaue Internet, störe den Orientierungssinn der Tiere, sie verlaufen sich quasi und finden nicht nach Hause zurück. Ich also den Inhalt des Gewürzstreuers auf dem Balkon verteilt – ohne Erfolg. Belustigung bei meinen Mitmenschen fand auch mein Versuch, die Ameisen mittels Handbesen einzeln vom Balkon zu kehren. Leider blieb auch dieses Unterfangen erfolglos. Die Zuckerwasser-Falle, die letztes Jahr bereits bei den Fruchtfliegen zum Einsatz kam, sollte zwar zum Massengrab werden – dennoch kreuchen immer noch mehrere Dutzend zuckerwasserresistenter Ameisen aus dem Rosmarin die Wand entlang. Die dortigen Straßen mittels Haarlack zu verkleben und durch die enthaltenen Kunstharze den Krabbelspaß zu verderben blieb ebenfalls wirkungslos. Und die zwei Lavendel, die in der Nähe stehen und angeblich Ameisen vertreiben, bewirken überhaupt nichts. So. Was nun, Ameisenbekämpfungsexperten? Jauchen, sagen die Einen, Zigarettenkippenwasser drauf, die Anderen.

So sehr ich Fan von Hausmitteln bin und so sehr ich euch Spaß und Erfolg am Ausprobieren ebenjener wünsche: Ich fürchte, mein montäglicher Einkaufsweg wird mich in einen Drogeriemarkt führen, in der Hoffnung, dass ich dort Ameisenköder zu kaufen kriege. Man kann mir nicht nachsagen, dass ich es nicht versucht hätte…

Die Chemie des Spargels

Was hat sie denn die ganze Zeit gemacht seit den Osterhasenfestspielen? Das kann ich euch sagen: Direkt nach dem Schokoladenosterhasen habe ich begonnen, mich hauptsächlich von Spargel zu ernähren. Ich habe Spargel gegessen und Spargel gegessen und Spargel gegessen und weil man danach immer direkt aufs Klo muss, blieb keine Zeit zum Bloggen. Versteht ihr sicher.

Um gleich mal bei dem Spargelthema überhaupt zu bleiben: Das Klo. Ihr könnt jetzt mal bei euch im Büro oder im Haushalt abzählen: Jeder Zweite hinterlässt nach dem Spargelessen mit seinem Urin einen ungewöhnlichen Geruch. Schuld daran sind wie fast immer die Gene. Hat man ein bestimmtes Gen, dann entstehen bei der Verdauung des Spargels Stoffe, wie sie der Chemielehrer nicht schöner an die Tafel hätte schreiben können: Methanethiol, Dimethylsulfid, Dimethyldisulfid, Bi-Methylthiomethan, Dimethylsulfoxid und Dimethylsulfon. Der kundige Chemiegrundkursbesucher sieht schon, dass da Schwefelverbindungen eine mächtige Rolle spielen. Die sind in diesem Cocktail im Spargel selbst noch nicht enthalten, deshalb riecht das Gemüse an sich nicht – nur eben die Stoffwechselendprodukte nach der chemischen Reaktion im Magen. Noch was lustiges hab ich gelesen in Sachen Spargel und Chemie. Früher (und mit früher meine ich richtig lange her – der erste Spargel wurde schon bei den Griechen und Römern angebaut) wurden die Stangen mit den Händen gegessen. Sah nicht wirklich schick aus vermutlich, aber es schonte das gute Tafelsilber: Bestecke der damaligen Zeit waren aus Silber oder nicht-rostfreiem Stahl und die Schwefelverbindungen im Spargel hätten dazu geführt, dass das wertvolle Werkzeug anläuft.

Jetzt sagt der findige Leser: “Aber die armen Leute hatten doch kein Silberbesteck!” Und da antwortet die Frau Bloggerin: Is richtig, aber die armen Leute konnten sich Spargel eh nicht leisten. “Spargel war schon in der Antike etwas Besonderes. Der hohe Preis der feinen Stangen erhitzte seit jeher die Gemüter und veranlasste den römischen Kaiser Diokletian im Jahre 304, per Erlass den Spargelpreis zu regeln.”, sagen die Spargelseiten.

Mein nächstes chemisches Experiment wird übrigens sein, eine Sauce Hollandaise ohne Klumpen und Zerfallen hinzukriegen. Die Mutti gab mir bereits Ratschläge, eure Tipps nehme ich dennoch gern entgegen!

Das Osterhasenspezial: Die traurige Geschichte vom Kaninchennasenbeutler

Heute geht’s nach Australien, ins Land der seltsamen Beuteltiere, zu denen auch der possierliche Kaninchennasenbeutler zählt. Schaut mal, wie niedlich der ist:

Da können doch sämtliche schielende Oppossums einpacken. Tja. Einst bevölkerte der Bilby, wie ihn die australischen Tierfreunde nennen, 70% des Kontinents, aber dann kamen die Einwanderer mit ihren europäischen Kaninchen. Die Menschen machten Jagd auf das kuschelige Fell, die Kaninchen vertrieben die Ureinwohner aus ihrem Lebensraum. Heute sind die Großen Kaninchennasenbeutler gefährdet, es gibt nur noch 10.000 von ihnen.

Die Australier haben beschlossen: So kann das nicht weiter gehen, der Bilby ist doch so niedlich, den müssen wir retten. Und seit einigen Jahren gibt es deshalb neben den Easter Bunnies auch Easter Bilbies in den österlichen Regal der Supermärkte. Ein Teil des Umsatzes geht in einen Erhaltungsfonds. Ich weiß jetzt allerdings nicht, wie die Hasen und Beutler die Aufgaben unter sich aufteilen. Würden die Kaninchennasen die Eier bringen, dann wären sie bereits im Morgengrauen versteckt, denn die Tiere sind nachtaktiv. Meine Theorie ist deshalb, dass irgendwann – wie beim amerikanischen Weihnachtsmannkumpel Santa Claus – die Osterüberraschungen bereits da sind, wenn die Kinder aufstehen und die Mamas Australiens sagen können: Die hat der Bilby nachts gebracht. Ach, ist das süß. Hoffentlich gibt’s ihn dann noch.

Das Osterhasenspezial: Wie der Hase zu Schokolade wurde

Ich hoffe, ihr habt bereits erfolgreich die Osternester gesucht, die der Hasi euch im Garten, auf dem Balkon, hinter dem Schrank oder in der Mikrowelle versteckt hat und ich wette, ihr habt mindestens einen Schokoosterhasen dabei gehabt. Meiner ist bereits einige Wochen alt und in Rosa gekleidet – gold und lila kann ja jeder.

Die ersten Schokoosterhasen waren übrigens mächtig schwer. Im 19. Jahrhundert konnte man Formen nur komplett mit Schokolade füllen. Erst später, Mitte des 20. Jahrhunderts, wurde die Technik der Hohlkörper entdeckt – und zwar bei einem Imker: Auf dessen Honigschleuder haben clevere Schokoladenmacher Formen gespannt und die Schokolade ganz dünn in die Form geschleudert. Seitdem ist der Schokoladenosterhase extrem gefragt, sagt die Statistik:

“Heute ist der Osterhase sogar beliebter als der Weihnachtsmann – jedenfalls in schokoladiger Form. Rund 57 Prozent der «saisonalen Hohlfiguren» sind Hasen. Rund ein Viertel ihres Gesamtumsatzes zu Ostern – 2010 mehr als 430 Millionen Euro – machten die Schokoladenproduzenten allein mit Hasen. Längst haben sich auch Lämmer, Küken und Hühner zu ihnen gesellt. Jeder Deutsche hat im vergangenen Jahr mehr als fünf Euro für Ostersüßwaren ausgegeben und auch im Ausland werden «Easter bunnies made in Germany» immer beliebter.”

(Quelle: dpa)

Morgen geht’s im Osterspezial dann auch ins Ausland, nach Australien. Dort macht zu Ostern zwar auch ein Hase den Eierlegerjob, er hat aber einen populären Bruder, der fast in Vergessenheit gerät. Wer das ist, das könnt ihr morgen hier lesen.

Das Osterhasenspezial: Warum der Hase Eier bringt

Es ist Ostern, Freunde, und da will ich meinen und euren Hunger auf Schokoladenosterhasen, Hasenbraten und Wissen um ebenjene nicht ungestillt lassen. Deshalb gibt’s in den nächsten drei Tagen ein kleines Osterhasenspezial – heute geht’s los mit der Grundfrage: Warum zum Teufel soll bitte ein Hase Eier bringen?

Machen wir einen virtuellen Ausflug ins schöne Paderborn: Dort gibt es einen Dom und in diesem Dom gibt es ein Fenster mit drei Hasen. Diese Hasen sind an den Öhrchen so clever miteinander verbunden, dass sie alle zwei Ohren haben, aber eigentlich nur drei Ohren abgebildet sind. Das, so die kühnen Interpretationen der Kirchenkunstwissenschaftler, steht für die Dreieinigkeit im christlichen Glauben. Das Motiv ist wohl schon viel älter als der Paderborner Dom und passt hervorragend zum urchristlichen Osterfest. Und weil der Hase außerdem noch ein Symbol der Fruchtbarkeit ist, kommt es ganz gelegen, dass er im Frühjahr Eier auslegt.

Übrigens hat sich ein Arzt in einer medizinischen (!) Abhandlung im 19. Jahrhundert mit dem Osterhasen auseinandergesetzt. Er schreibt, dass der Brauch mit den eierlegenden Hasen vor allem im Elsass bekannt sei und warnt vor gesundheitlichen Schäden durch übermäßigen Eiergenuss. Denkt bitte an diese mahnenden Worte, wenn ihr erwägt, jetzt noch schnell die überlagerten und bis ins Eidotter durchgefärbten Eier im Supermarkt zu kaufen.

Und morgen hier im Osterhasenkino: Wie die Hasen zu Schokolade wurden.

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